Adidas wächst langsamer - Gewinn legt aber kräftig zu

An der Börse konnte Rorsted mit den Zahlen nicht punkten: Die Adidas-Aktie war mit einem Abschlag von mehr als drei Prozent einer der größten Verlierer im Dax. Seitdem hat das Papier rund zehn Prozent verloren.

Zugute kommt den Franken, dass der Konzern vor allem bei großen Fachhändlern wie Foot Locker oder Dick " s vertreten ist und zudem online viel verkauft. JPMorgan-Analystin Chiara Battistini zufolge muss Adidas im vierten Quartal nun mindestens 20 Prozent mehr Umsatz machen als im Vorjahr, um seine ehrgeizigen 2017-Ziele zu schaffen. Während der US-Branchenprimus beim Umsatz auf dem Heimatmarkt zuletzt auf der Stelle trat und Under Armour sogar Einbußen hinnehmen musste, legte Adidas in Nordamerika im dritten Quartal zweistellig zu. Hier hatte Wettbewerber Nike Inc. einen Umsatzrückgang von 3 Prozent im Sommerquartal verzeichnet; bei Under Armour fiel dort der Umsatz um 12 Prozent im dritten Quartal per Ende September.

Im Quartal verbesserte Adidas die Produktivität weiter. Das lag am Auslaufen zweier wichtiger Sponsorenverträge: dem mit dem britischen Premier-League-Club FC Chelsea und dem mit der US-Basketball-Liga NBA. Beide Ex-Partner werden nun von Nike ausgerüstet.

Nachgelassen hat auch die Dynamik der Fitnessmarke Reebok, der Rorsted kurz nach seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr gleich einen Umbau verpasst hatte. Weitere Schließungen sollen noch kommen, so dass die US-Tochter 2018 in der Heimat wieder wächst. An Popularität soll die seit Jahren schwächelnde Marke durch die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit mit der Kult-Designerin Victoria Beckham erhalten. Weiterhin schwach ist auch das Geschäft in Russland, wo Adidas seine Schließungswelle noch mal intensiviert hat.

Während Artikel zum Thema Laufen und Outdoor sowie die modischen Marken Originals und Neo besonders gut nachgefragt waren, gingen die Umsätze im Fussball und Basketball zurück. Die Branche profitiert auch von dem Trend, dass Sportmode zunehmend im Alltag getragen wird. 2016 erlöste der Konzern auf vergleichbarer Basis 18,48 Milliarden Euro.

Herzogenaurach.Unter dem Strich verdiente Adidas mit 526 Millionen Euro gut 36 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach den ersten neun Monaten betrug der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1,36 Milliarden Euro, ein Anstieg um 26 Prozent.

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Adidas. Demnach peilt er währungsbereinigt ein Umsatzplus im fortgeführten Geschäft von 17 bis 19 Prozent an. Beim Betriebsergebnis hat sich der Konzern eine Steigerung von 24 bis 26 Prozent vorgenommen.

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