Jemen droht die größte Hungersnot seit Jahrzehnten

Die UNO warnt vor einer riesigen humanitären Katastrophe im Bürgerkriegsland

Dies sei angesichts der "schrecklichen humanitären Lage" dringend notwendig, sagte der italienische Botschafter Sebastiano Cardi, der dem Sicherheitsrat derzeit vorsitzt, am Mittwoch (Ortszeit) in New York.

Die von Saudi-Arabien verhängte Blockade von Flug- und Seehäfen im Jemen wird einem Medienbericht zufolge wieder teilweise aufgehoben.

Das Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens hatte die Häfen und Flughäfen im Jemen sowie die Zufahrtstraßen in das Land dicht gemacht, nachdem am Wochenende eine Rakete der pro-iranischen Huthi-Rebellen in der Nähe der saudi-arabischen Hauptstadt Riad abgefangen worden war.

UN-Nothilfekoordinator Lowcock zufolge habe UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Mittwoch mit dem saudiarabischen Außenminister Adel al-Jubeir telefoniert, um eine sofortige Öffnung der jemenitischen Häfen und Flughäfen zu erwirken.

Die aus dem Jemen zugeschaltete Leiterin des UN-Kinderhilfswerks Unicef in dem Land, Meritxell Relano, wies darauf hin, dass die Benzinvorräte bei anhaltender Blockade nur noch bis Ende November reichten. Dem Land drohe die größte Hungersnot, die die Welt seit vielen Jahrzehnten gesehen habe. Dabei werde es "Millionen Opfer" geben. "Angesichts der aktuellen zugespitzten Lebensmittelkrise und der Cholera-Krise könnte jede Verzögerung bei der Wiederherstellung des humanitären Zugangs das Leben von Frauen, Männern, Mädchen und Jungen in ganz Jemen kosten", so die Organisationen.

15 Hilfsorganisationen, darunter Oxfam, Ärzte der Welt und der Norwegische Flüchtlingsrat, hatten zuvor ebenfalls die sofortige Ermöglichung von Hilfslieferungen gefordert. Das Treffen des Sicherheitsrats erfolgte auf Antrag Schwedens. "Die Zerstörung ist fast vollständig. 21 Millionen Menschen sind auf sofortige humanitäre Hilfe angewiesen", mahnte Skau. Seitdem wurden mehr als 8600 Menschen getötet.

Sollten die von Unicef eingerichteten Anlagen zur Wasseraufbereitung nicht mehr funktionieren, wären davon allein in den Gebieten mit hohem Cholera-Risiko sechs Millionen Menschen betroffen.

Die schiitischen Huthi haben große Teile des Jemens erobert. 2015 griff das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis zugunsten der international anerkannten Regierung in den Konflikt ein. Die Huthis werden vom Iran unterstützt, der mit Saudi-Arabien um die Vorherrschaft in der Region kämpft.

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