CO2-Ausstoß steigt erstmals wieder an

BerlinAuch in diesem Jahr wird der weltweite Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wieder steigen. Es sei davon auszugehen, "dass die nationalen energiebedingten CO2-Emissionen 2017 leicht steigen werden".

Für die Staaten, die derzeit in Bonn über die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 zur Begrenzung der Erderwärmung beraten, gebe es jedenfalls "keinen Grund zur Selbstzufriedenheit", mahnen die Experten.

Bis Ende 2017 werden die weltweiten CO2-Emissionen der Studie zufolge etwa 41 Gigatonnen betragen.

Vor allem China trage zum Anstieg der Emissionen bei, heißt es darin. Damit dürfte es noch schwerer werden, das Klimaziel 2020 mit einem Plus von 40 Prozent CO2-Emissoponen gegenüber dem Jahr 1990 zu erreichen.

Nach dreijähriger Stagnation steigen die klimaschädlichen Emissionen von Kohlendioxid wieder an. Der Ländervergleich zeigt für 2017 steigende Emissionen in China (+ 3,5 Prozent) und Indien (+ 2 Prozent) sowie sinkende Werte für die USA (- 0,4 Prozent) und Europa (- 0,2 Prozent).

Corinne Le Quéré vom Tyndall Centre for Climate Change Research in Norwich (Großbritannien), unter deren Leitung das globale Budget zusammengestellt wurde, sprach von sehr enttäuschenden Ergebnissen. Vor zwei Jahren war auf der Weltklimakonferenz in Paris vereinbart worden, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit begrenzen zu wollen, besser auf 1,5 Grad.

Im Zeitraum von 2014 bis 2016 waren die Emissionen weitgehend stabil geblieben - und das trotz eines weltweiten Wirtschaftswachstums. Das zeige, dass Wirtschaftswachstum nicht zwangsläufig zu einer Zunahme des Kohlendioxidausstoßes führen muss. Vor allem die verringerte Kohlenutzung, eine verbesserte Energieeffizienz sowie ein Boom bei den erneuerbaren Energien wie Windkraft und Solarenergie hätten maßgeblich dazu beigetragen. "Mehrere Faktoren deuten auch darauf hin, dass sich der Anstieg im Jahr 2018 fortsetzen wird", sagte Peters.

Dem gegenüber stünden die hohen Wachstumsraten, die Institutionen wie die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds mit 2,9 oder sogar 3,7 Prozent prognostizierten.

Die Daten der Studien seien jedoch mit einiger Unsicherheit behaftet, schreiben die Fachleute weiter. "Der Anstieg 2017 ist eine unerwünschte Nachricht", sagt Glen Peters vom Center for International Climate Research in Oslo. Auch für das kommende Jahr erwarten die am jährlichen Bericht des "Global Carbon Projekt" beteiligten Wissenschaftler einen Anstieg. In den vergangenen drei Jahren hatten die Forscher eine Stagnation der Emissionen verzeichnet und als mögliches Zeichen einer Trendwende gedeutet.

Dadurch konnten Ozeane und zum Beispiel Wälder nicht so viel klimaschädliches Kohlendioxid aufnehmen wie in anderen Jahren.

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird auf der Grundlage der neuen Zahlen bis zu Jahresende auf etwa 405 Teile pro Million (parts per million, ppm) ansteigen.

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