Qualcomm weist Übernahmeangebot von Broadcom zurück

Qualcomm

Doch dessen Direktor Horton lehnt das Angebot ab. Es wäre die bisher teuerste Übernahme in der Technologieindustrie.

Der US-Chipkonzern Qualcomm zeigt dem 103 Milliarden Dollar schweren Übernahmeangebot des Rivalen Broadcom die kalte Schulter. Der Verwaltungsrat sei einstimmig zu dem Schluss gelangt, dass das Angebot in Höhe von 130 Milliarden Dollar (112 Milliarden Euro) den Wert von Qualcomm "in signifikanter Weise zu niedrig ansetzt", erklärte Unternehmenschef Paul Jacobs am Montag. "Wir glauben weiterhin, dass unser Vorschlag für die Qualcomm-Aktionäre die attraktivste Alternative ist und fühlen uns durch ihre Reaktion ermutigt".

Die Aktien von Qualcomm stiegen um 2,5 Prozent auf 66,17 Dollar, während die von Broadcom sogar um 1,3 Prozent auf 261,55 Dollar fielen.

Wenn Broadcom ein feindliches Gebot abgibt, könnten die Wettbewerbsregeln von Qualcomm es dem Wettbewerber ermöglichen, bis zum Stichtag des 8. Dezember eine eigene Liste für den gesamten 11-köpfigen Vorstand vorzulegen.

Beide Unternehmen zählen Apple zu ihren Top-Kunden. Kartellrechtsexperten zufolge dürfte eine Fusion der beiden Unternehmen, die vor allem Mobiltelefon-Hersteller beliefern, in China auf Hürden stoßen. Die Branche gilt in der Volksrepublik als Schlüsselindustrie, die Behörden könnten eine langwierige Prüfung vornehmen und Auflagen erlassen. Der Verwaltungsrat sei einstimmig zu dem Schluss gelangt, dass das Angebot in Höhe von 130 Milliarden Dollar den Wert von Qualcomm zu niedrig ansetze.

Broadcom hatte Anfang voriger Woche erklärt, Qualcomm übernehmen zu wollen.

"Wir sind gut beraten und wissen, was unsere Optionen sind, und wir haben keine dieser Optionen eliminiert", sagte Broadcom-Vorstandsvorsitzender Hock Tan letzte Woche gegenüber Reuters. Christoph Rolland vom Handelshaus Susquehanna hält einen Preis zwischen 80 und 85 Dollar je Qualcomm-Aktie für angemessen, auch mehr sei nicht ausgeschlossen. Qualcomm selbst versucht gerade für 47 Milliarden Dollar den niederländischen Konkurrenten NXP zu kaufen.

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