Keine A380-Order zum Messestart - Emirates kauft Boeing

So sieht der Dreamliner von innen aus

Der Verwaltungsratsvorsitzende der Golf-Airline liess bei der feierlichen Zeremonie in Hamburg durchblicken, bei der folgenden Airshow in Dubai könne Airbus mit einem neuen Grossauftrag für seinen doppelstöckigen Riesenflieger rechnen.

Bis an den Sitz des europäischen Flugzeugbauers im südfranzösischen Toulouse herrschte Aufatmen: Seit über einem Jahr hat er von seinem Prestigeflieger kein einziges Exemplar mehr abgesetzt.

Während sich Airbus-Manager am Sonntag für eine Pressekonferenz mit der arabischen Fluggesellschaft Emirates bereit machten, betraten Manager des US-Herstellers Boeing den Saal. Der Verkäufer war aber nicht Airbus, sondern Boeing. Der Rückschlag ist hart.

Der A380, von amerikanischen Medien bereits zum "Ladenhüter" gestempelt, hätte einen neuen Auftrag dringend benötigt. Die Werke in Hamburg und Madrid sowie die Endmontage in Toulouse laufen seit bald einem Jahr auf dem minimalen Produktionsrhythmus. Andere Airlines als Emirates verlieren zunehmend das Interesse an Großraumflugzeugen mit 500 Sitzen. Das Passagiervolumen nimmt zwar weltweit zu, weshalb Airbus - anders als Boeing - den Bedarf an A380 auf Jahrzehnte hin als ausgewiesen annahm.

Das bedroht die gesamte Airbus-Strategie, die Entwicklungskosten von 10 Milliarden Euro für den A380 in Kauf genommen hatte.

Doch jetzt wird deutlich, wie abhängig Airbus bei diesem Modell inzwischen von Emirates ist, weil sonst keine Großaufträge winken.

Die erhoffte Bestellung käme laut Preisliste auf einen Gesamtwert von 15,7 Milliarden Dollar - und würde die Produktion der A380 über mehrere weitere Jahre sichern. Mögliche Abbestellungen sind dabei aber ausgerechnet.

Wie am Nachmittag dem Airbus-Lager durchsickerte, setzten Airbus und Emirates die Vertragsverhandlungen über neue A380 auf der Messe fort.

Gegenwind auf der Zielgeraden: Airbus und Emirates ringen auf der Dubai Airshow weiter um einen Auftrag um bis zu 40 A380, nachdem eine Ankündigung zum Messeauftakt in letzter Minute geplatzt ist. Emirates-Chef Tim Clark erklärte am Montag, er brauche zuerst die Garantie, dass Airbus den A380 "mindestens zehn Jahre" weiterbaue. Doch haben die Europäer überhaupt die Wahl?

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