Schlafstudie 2017 | Jeder Dritte schläft schlecht, jeder Vierte zu wenig

TK-Schlafstudie | Bild BR

Im prosperierenden Baden-Württemberg kommen die Menschen leicht in den Schlaf, nur jeder zwanzigste berichtet von Einschlafproblemen. Schlechtschläfer sind drei Mal häufiger gereizt als ausgeschlafene Menschen.

Zudem zeigt die Untersuchung, dass ein Viertel der Erwachsenen (24 Prozent) hierzulande nicht auf die von Gesundheitsexperten empfohlenen sechs Stunden Schlaf kommt.

Viele Menschen in Deutschland schlafen schlecht. Während knapp jeder zweite Berufstätige (48 Prozent) mehr als sechs Stunden pro Tag schläft, schafft das nur jeder Dritte der sogenannten Flex-Beschäftigten. Überdurchschnittlich hoch ist hingegen der Anteil der schlechten Schläfer unter den Berufstätigen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten oder Schichtdiensten. Von denen klagen sogar 40 Prozent über schlechte Schlafqualität, die Hälfte schläft höchstens fünf Stunden. Wer unregelmäßige Arbeitszeiten hat, schläft weniger.

Der Mensch muss sich erholen, um kreativ und leistungsfähig zu sein. "Im Schlaf sortiert das Gehirn seinen Zwischenspeicher. Dafür muss das System herunterfahren, das ist im laufenden mentalen Betrieb nicht möglich", so der TK-Chef. Jens Baas, Vorstandschef der TK. "Eine Diagnose wie etwa Schlafstörungen erhalten nur sehr wenige, unter einem halben Prozent unserer Versicherten". "Deshalb sollten wir unser Schlafverhalten optimieren, nicht rationalisieren". Das zeigt die heute in Berlin vorgestellte repräsentative Studie, für die die Techniker Krankenkasse (TK) 1.000 Menschen ab 18 Jahren und 300 Flex-Beschäftigte befragt hat.

► Schlafen während der Schicht? Was sich aber nicht ändert, ist die innere Uhr des Menschen und sein Schlafbedürfnis. Die Herausforderung sei, ein gesundes Verhältnis zu finden zwischen den Bedürfnissen der Beschäftigten und den betrieblichen Erfordernissen.

► Innere Uhr ist unbestechlich: Sie tickt im Tag-Nacht-Rhythmus, ist am Tag auf Aktivität und in der Nacht auf Ruhe programmiert. Sie lässt sich bei allem gesellschaftlichen Hang zur Selbstoptimierung nicht verstellen. Dr. Utz Niklas Walter vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG): "Wer nachts arbeiten muss - und das betrifft etwa jeden fünften Schichtarbeiter - liegt über Kreuz mit seinem natürlichen Biorhythmus. Gegen die innere Uhr zu arbeiten, kostet zusätzliche Energie und wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus". 42 Prozent der Schichtarbeiter haben laut der Studie Schlafprobleme, wenn sich ihr Schichtplan ändert.

Untersuchungen zeigen laut TK, dass Beschäftigte bei gleicher Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich beansprucht werden. "Die Frühschicht liegt bei 100 Prozent Energieeinsatz, die Spätschicht bei 113 und die Nachtschicht bei 156 Prozent". Wer also möchte, dass Beschäftigte trotzdem gesund bleiben, müsse sich um ein wirksames betriebliches Gesundheitsmanagement kümmern, so Baas. Gesunde Schichtpläne und Führung wichtig. "Viele Beschäftigte treibt nachts das Gedankenkarussell um. Knapp 40 Prozent sehen Jobstress als Hauptursache, dass sie nicht in den Schlaf finden", erklärt Peter Wendt von der TK. 39 Prozent der befragten Beschäftigten gaben an, wegen Stress und Problemen bei der Arbeit nicht einschlafen zu können. 54 Prozent litten unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den "Gutschläfern" seien es nur 35 Prozent.

Betroffene können selbst viel dazu beitragen, dass sie gut durch die Nacht kommen. "Schlaf ist immer noch mit Schwäche assoziiert", sagt der Sport- und Gesundheitswissenschaftler Walter. Schlafexperte Walter dazu: "Vieles können wir nicht oder nur schwer beeinflussen wie zum Beispiel Straßenlärm oder das Schnarchen des Partners". Zugleich kann jeder Einzelne mit kleinen Anpassungen im Lebensstil ein wenig nachhelfen. 23 Prozent merkten vor dem Schlafen häufig, dass die letzte Mahlzeit zu schwer war - 15 Prozent sagten, dass öfter mal das letzte koffeinhaltige Getränk nicht lang genug zurücklag und ihnen das Einschlafen erschwerte. Bei sieben Prozent der Erwachsenen liegt das Smartphone auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen.

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