Libanons Premier nach Rücktrittserklärung in Paris erwartet

Der libanesische Premierminister Saad Hariri hatte vor zwei Wochen völlig überraschend seinen Rücktritt erklärt

Das Land rief seinen Botschafter aus Berlin zurück. Der Libanese war zuvor aus Saudi-Arabien kommend in Paris eingetroffen.

Inmitten der Regierungskrise im Libanon hat der französische Präsident Emmanuel Macron am Samstag den zurückgetretenen Regierungschef Saad Hariri empfangen.

Die heftigen Reaktionen gehen auf Äußerungen Gabriels bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem libanesischen Außenminister Dschibran Bassil am vergangenen Donnerstag in Berlin zurück. Dieses Abenteurertum hat ja jetzt die Spitze erreicht, in der Art und Weise wie dort mit dem Libanon umgegangen wird und dort übrigens mit dem Feuer gespielt wird.

Aus Protest gegen eine Erklärung von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) zum Libanon ruft Saudi-Arabien seinen Botschafter aus Berlin zurück.

Der Rücktritt Hariris droht das fragile Gleichgewicht im Libanon zu zerstören und die seit dem Ende des blutigen Bürgerkriegs 1990 ohnehin nie gelösten Konflikte zwischen den Volksgruppen erneut zu verschärfen.

Die Vorgänge hatten Spekulationen ausgelöst, Saudi-Arabien habe Hariris Rückzug erzwungen und halte ihn fest, um im Libanon Spannungen mit der Schiitenmiliz Hisbollah zu erzeugen. Einige Beobachter befürchten, dass der Staat zum Schauplatz eines neuen Stellvertreterkonflikts zwischen den rivalisierenden Regionalmächten Iran und Saudi-Arabien werden könnte. Auch er richtete eine Nachricht auf Twitter direkt an den deutschen Außenminister: "Zu sagen, dass ich in Saudi-Arabien festgehalten werde und es mir nicht erlaubt sei, das Land zu verlassen, ist eine Lüge".

Gabriel antwortete auf Deutsch: "Meine Antwort ist, dass ich davon ausgehe, dass eine Einladung des französischen Präsidenten angenommen wird und natürlich niemand die Familie und den libanesischen Präsidenten (sic) Hariri daran hindern darf, diese Einladung anzunehmen". Es ist unter anderem ein gemeinsames Essen geplant. Wie lange er in Frankreich bleiben wird, war zunächst unklar. Seine erwartete Rückkehr nach Beirut wird als Voraussetzung für die Lösung der politischen Krise gesehen.

Frankreich hatte sich mit zahlreichen diplomatischen Kontakten in die Krise eingeschaltet und Hariri schließlich nach Paris eingeladen. Die Reporterin fragte auf Englisch: "Besteht denn etwa das Risiko, dass Hariri immer noch erpressbar wäre, wenn er alleine nach Frankreich reisen würde, ohne seine Familie?" Frankreich hat als frühere Mandatsmacht traditionell enge Kontakte zum Libanon.

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