Autos waren Tarnung für Schmiergeld — FIFA-Skandal

Fifa-Korruptionsskandal Das Logo der Fifa am Hauptsitz des Fußballweltverbands in der Schweiz

Beim Fifa-Prozess kommt streitbare Kreativität ans Tageslicht: Fußball-Funktionäre haben demnach Automarken als Spitznamen verwendet, um Bestechungsgelder zu verschleiern.

Wie der frühere Mitarbeiter einer argentinischen Sportmarketingfirma, Santiago Pena, am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur AP aussagte, sollen die betroffenen Funktionäre bei den Transaktionen Fantasienamen erhalten haben.

Die Marketingagentur sicherte sich unter anderem die TV-Rechte an der WM-Qualifikation in Südamerika und der Copa America.

In Dokumenten der Firma wurde Rafael Esquivel, Ex-Präsident des venezolanischen Fussballverbands, etwa "Benz" nach der Marke Mercedes-Benz getauft. Luis Chiriboga, der frühere Präsident des Verbands in Ecuador, sei "Toyota" genannt worden und sei mit einer Zahlung über 500 000 Dollar für "Q2022" gelistet worden.

Von Honda bis Fiat Mit Huan Angel Napout scheint ein Honda in der PS-starken Auflistung illegaler Zahlungen auf. Dabei tauchen überwiesene Summen im hohen sechsstelligen Bereich auf. Zudem wird eine Zahlung an "Benz" von 750 000 Dollar für "Q2022" genannt, was für "Katar 2022" - nach englischer Schreibweise mit "Q" - stehen könnte. Zwar soll auch der nationale Fernsehsender Televisa, dessen Vizepräsident Lagos war, in den Korruptionsskandal verwickelt sein - Lagos hatte laut mexikanischer Quellen aber nichts mit dem Sport innerhalb seines Senders zu tun. Lagos erlag im Krankenhaus seinen Schussverletzungen.

Alle drei Ex-Funktionäre haben im Zuge der Ermittlungen der US-Justiz eingestanden, in diversen Fällen Bestechungsgelder entgegengenommen zu haben.

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