SPD-Chef hält Siemens-Manager für "verantwortungslos"

SPD-Bundesvorsitzender Martin Schulz und die SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Andrea Nahles trafen Siemens-Beschäftigte vor dem Reichstag in Berlin

Berlin. Angesichts der angekündigten Stellenstreichungen und Werksschließungen bei Siemens hat SPD-Chef Martin Schulz die Geschäftsführung des Konzerns schwer kritisiert. Er kritisierte im Bundestag: "Wenn es hart wird, muss am Ende die Belegschaft bluten".

Schulz sowie Fraktionschefin Andrea Nahles hatten zuvor zu rund 50 Siemens-Mitarbeitern gesprochen, die sich vor dem Reichstag zu versammelten.

Siemens will weltweit 6900 Stellen abbauen, davon die Hälfte in Deutschland, und mehrere Werke schließen. Zwei Standorte in den sächsischen Städten Görlitz und Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen sollen geschlossen werden. "Die Rahmenbedingungen hat nicht Siemens, sondern die Politik geschaffen", sagte er. Am Donnerstag ist in Berlin eine bundesweite Kundgebung geplant.

Der Ärger über Siemens über alle Fraktionen hinweg war so einhellig, dass der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, von "Siemens-Bashing" sprach.

Der AfD-Politiker Tino Chrupalla machte maßgeblich die "Klimaschutzideologie", der sich vor allem die SPD und die Grünen verschrieben hätten, für den Personalabbau bei Siemens verantwortlich.

SPD-Bundesvorsitzender Martin Schulz und die SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Andrea Nahles trafen Siemens-Beschäftigte vor dem Reichstag in Berlin

In Erfurt ziehen Siemens-Beschäftigte gemeinsam mit etlichen Politiker_innen am Dienstag um 15 in einem Schweigemarsch vom Generatorenwerk in die Innenstadt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) forderte die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, für die ostdeutschen Interessen einzustehen. Angemeldet haben sich unter anderem Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Arbeitsministerin Heike Werner (Linke). "Merkel darf der Schwächung der ostdeutschen Wirtschaft nicht weiter untätig zusehen", sagte er. Merkels Sprecher hatte erklärt, die Bundesregierung gehe davon aus, dass sich die Unternehmensführung nun um faire Regelungen für die betroffenen Standorte kümmere.

Der Siemens-Sprecher sagte, das Unternehmen habe einen "fairen und offenen Dialog" zugesagt und die Arbeitnehmervertreter zu Gesprächen eingeladen. Diese seien bedauerlicherweise nicht gesprächsbereit. Ähnlich formulierte es IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner: "Wir werden dann mit der Siemens-Führung über die Schließungspläne verhandeln, wenn diese zurückgenommen werden".

Siemens-Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn hatte gesagt, die Ankündigung des Vorstands sei "keine Basis für Verhandlungen". Als letztes Mittel schloss Kerner auch Streiks nicht aus, um den Konzern zum Einlenken zu bewegen. Dort und an anderen Standorten hatten Beschäftigte und Politiker in den vergangenen Tagen gegen die Streichungspläne protestiert.

Am selben Tag rückten die Berliner Siemens-Beschäftigten im Gasturbinenwerk den allein hier drohenden Abbau von gut 300 Arbeitsplätzen in den Fokus, indem sie eine Menschenkette um den Betrieb bildeten. Kommen soll neben anderen erneut auch SPD-Chef Schulz.

Related:

Comments

Latest news

Foxconn: Beutet der Apple-Zulieferer Schülerpraktikanten aus?
Vertreter von Apple und Foxconn sollen die Berichte bestätigt haben, zugleich aber die Freiwilligkeit der Arbeit betont haben. Man habe dem Konzern aber versichert, dass sie die Arbeit freiwillig täten und dafür angemessen entlohnt würden.

Hariri reist nach Kairo
Der zurückgetretene libanesische Ministerpräsident Saad Hariri ist am Dienstagabend in Kairo eingetroffen. Bei seiner Rücktrittserklärung hatte Hariri einen angeblichen Mordkomplott der Hisbollah angedeutet.

Besiktas Istanbul erreicht erstmals Achtelfinale der Champions League
Ze Luis (82.) brachte die Russen spät in Führung, die Slowenen schlugen durch "Joker" Jasmin Mesanovic (92.) aber noch zurück. Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Türken deutlich aggressiver, zielstrebiger und gefährlicher.

Online Casinos – wie finde ich einen guten Anbieter?
Deshalb sollte man sich vorab ein wenig informieren und sich überlegen, welche Spiele einen besonders interessieren. Viele Online Casinos bieten die Möglichkeit das Spielangebot in Teilen kostenlos vorab zu testen.

Nintendo Classic Mini
Die große Beliebtheit der Konsole verdeutlicht, dass Menschen auch heutzutage noch Spaß an Retrospielen haben. Hoffentlich kommt bald auch eine neue SNES und andere Konsolen wie die N64 oder die PlayStation 1 wieder auf den Markt.

Other news