Nach fremdenfeindlichen Tweets Studenten fordern Entlassung von Jura-Professor

Auch das Kollegium Rauschers distanziert sich von den Aussagen des Professors

Leipzig. An der Universität Leipzig haben am Dienstag zahlreiche Studenten gegen den umstrittenen Juraprofessor Thomas Rauscher protestiert. Dazu seien auf dem Campus mehrere Redebeiträge geplant.

Zu der Kundgebung hatte ein Bündnis aus mehreren Hochschulgruppen und externen linken Aktivisten eingeladen.

Den Vorwurf, sich "rassistisch" geäußert zu haben, wies er zurück. Daraufhin deaktivierte Rauscher seinen Twitter-Account und schrieb, es stehe "schrecklich um die Meinungsfreiheit in diesem Land".

Die Universität verurteilte die Äußerungen und sprach von "intolerantem und fremdenfeindlichem Gedankengut".

Da nicht auszuschließen sei, dass die Einstellung Rauschers auch in seiner Forschung und Lehre Ausdruck fände, begrüße der Senat die von der Universität eingeleitete Prüfung der dienstrechtlichen Schritte, heißt es weiter. Einer Universitätssprecherin zufolge soll ein externes Gutachten erstellt werden. "Rauscher ist nur das Extrem-Beispiel", sagte der SDS-Sprecher dem epd. Die Untersuchung könne mehrere Wochen dauern.

Rauscher war vergangene Woche wegen Äußerungen über sein privates Konto im Kurznachrichtendienst Twitter in die Kritik geraten. Ein Aufruf zum Boykott der Vorlesungen des Juristen erinnere "an die dunkelsten Zeiten in der deutschen Geschichte". Als Erasmus-Beauftragter ist Rauscher außerdem für die ausländischen Studenten an der Hochschule zuständig.

Rauscher ist seit 1993 an der Juristischen Fakultät der Uni Leipzig und Professor für ausländisches und europäisches Privat- und Verfahrensrecht.

Related:

Comments

Latest news

Verkäufer können gegen Paypal klagen
Paypal-Kunden können Käuferschutz beanspruchen, wenn eine Ware nicht ankommt oder wesentlich von der Artikelbeschreibung abweicht. In zwei Fällen - einem iPhone und einer Säge - sind die Händler der Überzeugung, ordnungsgemäß geliefert zu haben.

Syrerin erleidet bei Rüchschaffung Totgeburt: Keine Hilfe erhalten
Als die Frau in Domodossola ankam, liefern sie die italienschen Behörden sofort in ein Krankenhaus ein, doch es ist zu spät. Die syrische Grossfamilie sass an einem Tag Anfang Juli im Nachtzug, der von Mailand durch die Schweiz nach Paris fährt.

Apple kauft AR-Headset Hersteller Vrvana
Die Technik soll 2019 fertig sein, ein erstes AR-Headset könnte daher schon Anfang 2020 veröffentlicht werden. Apple wollte zum Kauf - wie erwartet - nicht Stellung nehmen, dementiert ihn allerdings auch nicht.

IS bekennt sich zu Anschlägen auf das Parlament in Teheran
Ein Dritter Angreifer wurde verhaftet, dennoch ist vom IS bisher keine offizielle Verlautbarung getroffen worden. Der iranische Geheimdienst sprach von Terroranschlägen, ohne jedoch direkt den IS zu erwähnen.

Fußball-Wetten in Europa
Es gibt zunehmend Gelegenheit für die europäischen Fußball-Fans auf ihre Lieblings-Teams oder Spiele zu setzen. Zwei der größten E-Wallets kommen in Form von Skrill (offiziell als MoneyBookers bekannt) und Neteller.

Other news