Umfrage zeigt Unwissen über Depressionen

Herbst-Winter-Blues

Zu diesem Anlass wurde eine Website in französischer und deutscher Sprache erstellt.

Für das erste "Deutschland-Barometer Depression", das in Zusammenarbeit mit der Deutsche Bahn Stiftung entstand, wurden im Juni und August rund 2000 Bürger und zusätzlich rund tausend Betroffene befragt. 18 Prozent gaben an, dass der Genuss von Schokolade oder anderen Süßigkeiten ein geeignetes Mittel gegen Depressionen sei. Ein weiteres gutes Drittel (37 Prozent) hatte noch nichts mit der Krankheit zu tun. Ergänzt wurden die Ergebnisse durch eine Online-Umfrage unter rund 1000 Betroffenen.

Eine deutliche Mehrheit - über 90 Prozent der Befragten - hielt in der Umfrage den Gang zum Arzt oder Psychotherapeuten für den besten Weg, um sich bei einer Depression helfen zu lassen.

Nahezu alle Interviewten sahen Schicksalsschläge (96 Prozent) oder Belastungen am Arbeitsplatz (94 Prozent) als relevante Ursachen einer Depression. Knapp ein Drittel hält Charakterschwäche für eine Ursache und fast jeder Fünfte sieht die Gründe sogar in falscher Ernährung.

Damit würden belastende Lebensereignisse für die Entstehung von depressiven Erkrankungen überschätzt, sagte Hegerl. So kennen in der Studie knapp zwei Drittel der Befragten die große Bedeutung der erblichen Komponente und wissen, dass während einer Depression der Stoffwechsel im Gehirn gestört ist. Dadurch kann es zu stärkere Reaktionen auf Stress kommen, wobei die Depression alles Negative ins Zentrum des Erlebens rückt und riesenhaft vergrößert.

Verändert sich ein Mensch gravierend und über einen langen Zeitraum, sollte er sich auf jeden Fall Hilfe bei einem Experten suchen. Bei vielen Fällen geht die Stiftung von einer schweren und unbehandelten Depression als Ursache aus. Ärzte behandeln die Krankheit in der Regel mit Psychotherapien und je nach Schweregrad auch mit Medikamenten. Nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) zählen sie inzwischen zu den häufigsten psychischen Leiden in Deutschland.

Insgesamt erkranken nach Angaben der Stiftung jeder Jahr rund 5,3 Millionen Menschen in Deutschland an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die Krankheit wird heutzutage häufiger erkannt als früher. So stieg in den vergangenen Jahren nicht die Häufigkeit der Krankheit an sich, sondern die Zahl der Diagnosen. "70 Prozent der Selbstmorde sind mit Depressionen verbunden", betont die Ministerin, die sich in diesem Zusammenhang besonders besorgt über die Altersgruppe der 15- bis 35-Jährigen zeigt.

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