Ergo will Lebensversicherungen doch nicht verkaufen

Die Hauptverwaltung der Ergo Versicherungsgruppe befindet sich in Düsseldorf

Im September dann beschloss der Vorstand, die Bestände der Ergo Leben und Victoria Leben an einen Investor oder eine Abwicklungsplattform zu verkaufen. "Nach Auffassung von Ergo spiegelt sich der derzeitige Wert des Bestandes sowie dessen Wertentwicklungspotential in den Angeboten nicht angemessen wider", sagte Vorstandschef Markus Rieß am Dienstag nach einer Vorstandssitzung. "Daher werden wir unsere klassischen Lebensversicherungs-Bestände weiterhin unter eigener Regie verwalten", so der Ergo-Chef. Nun behält er seine beiden Lebensversicherer Victoria Leben und Ergo Leben doch.

Die Überlegungen der Münchener-Rück-Tochter - und ähnliche von Generali Deutschland - hatten bei Kunden für Verunsicherung gesorgt.

Die aus Millionen Policen bestehenden Altbestände an Lebensversicherungen belastet die gesamte Branche, da die garantierte und teilweise sehr hohe Verzinsung im Klima der Nullzinspolitik nur sehr schwer zu erwirtschaften ist. Ergo hatte deshalb zusammen mit den Beratern von Willis Towers Watson das Interesse an den Beständen bei Finanzinvestoren und anderen spezialisierten Abwicklern ausgelotet. Medienberichten zufolge schwebte Rieß ein Milliardenerlös vor. Laut "Versicherungsmonitor" ging es um Kapitalanlagen in Höhe von 56 Milliarden Euro.

Mit Entrüstung und Kritik reagierten Beschäftigte und Experten auf den geplanten Verkauf von Millionen Lebensversicherungen der Ergo. Denn nicht einmal zu Prüfungen möglicher Bestandsübertragungen ist es bei ERGO bisher gekommen.

Erheblichen Widerspruch hatte Vorstandschef Markus Rieß auch aus den eigenen Reihen geerntet: 5000 Konzern-Mitarbeiter hatten sich in einer Petition gegen den Verkauf ausgesprochen, nachdem die Neue Assekuranz Gewerkschaft (NAG) auf die Barrikaden gegangen war - ein vergleichbarer Vorgang aus einem Versicherungskonzern ist bislang nicht bekannt. Doch klar ist, dass der Markt für einen zu verkaufenden Bestand in dieser noch nie angebotenen Höhe einen erheblichen Abschlag verlangt. In den nächsten Wochen werde spruchreif sein, mit wem der Versicherer sich verbündet, um seine veraltete IT auf Vordermann zu bringen - nicht nur für die Leben-Altbestände. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" plant ERGO, IBM als IT-Partner an sich zu binden.

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