Keime in Hähnchen und Rohmilch

Verbraucherschutz-Bericht Mehr Campylobacter Keime auf Hähnchen- Mängel bei Spielzeug

Bei den Lebensmittelkontrollen im vergangenem Jahr fiel die Hähnchenmast negativ auf. Wer zu viel davon zu sich nimmt, riskiert Leberschäden oder Fehlbildungen bei Embryos. Zusätzlich seien im niedrigen einstelligen Prozentbereich der Rohmilchproben diverse Krankheitserreger nachgewiesen worden, so Listerien, Campylobacter und Escherichia-coli-(EHEC)-Bakterien. "Das ist der Erreger der mittlerweile häufigsten Durchfallerkrankung in Deutschland", sagte Tschiersky. Schon ein dick bestrichenes Leberwurst-Brot deckt einen Großteil des Tagesbedarfs. Dagegen ist der Salmonellenbefall der Hähnchen noch weiter gesunken, auf weniger als fünf Prozent der entnommenen Proben. "Beide Erreger sind nicht hitzeresistent", rät das BVL, "Verbraucher sollten Hähnchenfleisch deshalb nur gut durchgegart verzehren". Einen auffallenden Befund ermittelten die Kontrolleure bei der Suche nach antibiotikaresistenten Keimen im Geflügel. Hier schnitten die Ökobetriebe deutlich besser ab als konventionelle Züchter. Das Amt vermutet als Grund, dass die Biobauern ihre Tieren weniger mit Arzneien behandeln. Insbesondere bei Schafen wurden die Lebensmittelkontrolleure zum wiederholten Male fündig.

Fleisch 2: Beim Verzehr von Leber rät das BVL zur Vorsicht - vor allem während einer Schwangerschaft. "Die Milchpreise sind unter Druck", berichtet Stephan Koch, Vorsitzender der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz. "Deshalb versuchen die Landwirte, neue Erlöse zu generieren". In Hofläden finden sich Milchtankstellen, an denen sich die Konsumenten Rohmilch direkt abfüllen können. Das Problem: Jede fünfte Probe der staatlichen Prüfer zeigte eine zu hohe Keimbelastung.

In Anbetracht der zunehmenden Verbreitung von Milch-Zapfanlagen und der Direkt-Ab-Hof-Vermarktung von Rohmilch erinnert das BVL daran, dass die Vermarkter gesetzlich verpflichtet seien, den Hinweis "Rohmilch, vor dem Verzehr gut abkochen" gut lesbar an der Ausgabestelle anbringen müssten. Dadurch lässt sich das Risiko einer Erkrankung dem Bundesamt zufolge minimieren.

Entscheidend ist nach Behördenangaben nicht die im Spielzeug enthaltene Gesamtkonzentration, sondern die Nickel-Menge, die beim Spielen freigesetzt wird - etwa durch die Berührung mit feuchten Händen. Auch hier sind die Ämter im vergangenen Jahr wieder fündig geworden. Jede fünfte Probe lag über dem Grenzwert. "Die Hersteller von Metallspielzeug müssen endlich wirksame Maßnahmen zur Reduzierung des Nickelgehalts in ihren Produkten ergreifen", fordert der zustände BVL-Abteilungsleiter Gerd Fricke. Nickel kann allergische Reaktionen auslösen und bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz, Hautrötungen und Ausschlag führen. Von den Problemen sind nach Angaben des Bundesamts etwa zehn Prozent aller Kinder betroffen.

Die Zahl der Lebensmittelkontrollen ist im vergangenen Jahr stabil geblieben. Von den 1,2 Millionen Betrieben der Branche wurden knapp 520 000 kontrolliert. Bei mehr als der Hälfte der Fälle bemängelten die Prüfer ausschließlich Verstöße gegen Kennzeichnungs- und Aufmachungsvorschriften.

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