Förder-Skandal um Tesla: Jetzt prüft die behörde

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                          AFP

Ein cleverer Schachzug, möchte man meinen: Denn auf diesem Umweg konnten Käufer quasi aller Tesla-Modelle die aus Steuermitteln subventionierte Prämie abgreifen - bis hin zur 150.000-Euro-Variante, die von 0 auf Hundert in 3 Sekunden beschleunigt. Das geht aus einem gestern veröffentlichten Dokument des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hervor.

Jetzt berichtet die "Auto Bild", das Model S sei zu dem angegebenen Preis nicht zu bekommen. Die "Auto Bild" hatte zuerst über den Verdacht berichtet.

Tesla scheint daher ein Basismodell des S 75D rechnerisch entsprechend günstig gemacht und die Differenz als Preis für die Sonderausstattung bezeichnet zu haben. Mit anderen Worten: Tesla bewarb offenbar ein Auto, dass es so nicht zu kaufen gibt, um für seine Kunden staatliche Subventionen abzugreifen.

Dem Bericht zufolge sind nicht nur (Test-) Käufer mit dem Kaufwunsch abgeblitzt, es wurde von Tesla-Mitarbeitern ganz offen ausgesprochen, dass das Schein-Basismodell nur als Irrlicht für das BAFA eingeführt wurde, damit der Tesla Model S auf die Förderliste genommen wird. Ein Testkäufer der Autozeitschrift hatte online anonym das Basismodell ohne Komfortpaket bestellt. Als dieser der Käufer Basisversion beharrte, sei die Bestellung von Tesla storniert worden.

"Sofern das Auto eigentlich nur zuzüglich der zu zahlenden Komfortausstattung vollständig ist, muss dies auch bei der Preisangabe zum Ausdruck kommen", sagte Marion Jungbluth von der Verbraucherzentrale Bundesverband der "Autobild". Letzteres dürfte allerdings kaum gegen das Gesetz verstoßen. Das BAFA und Tesla waren für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen. "Jeder in Deutschland kann ein Tesla Model S in der Basisversion ohne Komfortpaket ordern, und wir haben solche Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert". Zumindest sieht das offenbar die deutsche Bundesregierung so, denn sie hat den Autobauer von der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge gestrichen. "Das ist eine komplett falsche Anschuldigung". Tesla habe daraufhin geplant, die EU-Kommission wegen eines Verstoßes gegen die EU-Regeln anzurufen.

Was halten Sie von Teslas Prämien-Trick? Sollte ein Verkäufer erklärt haben, dass die Basisversion nicht ohne das Komfortpaket zu kaufen sein, stimme das nicht. "Wir werden den Fall untersuchen und angemessene Maßnahmen ergreifen wenn nötig".

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