Vorwurf sexuellen Missbrauchs gegen Stardirigent Levine

Seit 1971 Dirigent an der New Yorker Met James Levine in den 80er-Jahren

Der Polizei habe das mutmaßliche Opfer gesagt, Levine habe damals vor seinen Augen masturbiert, berichteten die Zeitungen.

Demnach soll sich der heute 74-jährige Levine, der 2016 angeblich aus gesundheitlichen Gründen als Dirigent zurückgetreten war, 1985 an einem damals 15-Jährigen vergriffen haben. Levine habe den heute 48-Jährigen fast in den Suizid getrieben, erklärt das Opfer heute.

Zuvor hatt die Met erklärt, man werde den Vorwurf jahrelanger sexueller Übergriffe Levines auf einen Jugendlichen untersuchen lassen. Die Metropolitan Opera zeigte sich "sehr verstört" von den Berichten. Wenn geklärt sei, ob die Anschuldigungen stimmen, will es "geeignete Maßnahmen" ergreifen.

Die Vorwürfe sind der Met allerdings schon länger bekannt: Grundlage der Untersuchungen sei ein Polizeibericht aus dem US-Bundesstaat Illinois aus dem vergangenen Jahr, hieß es. "Zu dem Zeitpunkt hat Herr Levine gesagt, die Anschuldigungen seien völlig falsch", teilte das Opernhaus mit. Angeklagt werden könnte Levine wegen der Vorfälle nicht, da sie aus juristischer Sicht verjährt wären.

Der Dirigent und Pianist war 40 Jahre lang Musikdirektor an der Met. 2016 ging er wegen einer Parkinson-Erkrankung in Rente, arbeitet aber weiterhin mit dem Titel eines Ehrendirigenten für das Opernhaus.

Damit dürfte die Welle von Veröffentlichungen zu sexuellen Übergriffen, die mit dem Sturz der ehemaligen Hollywood-Ikone Harvey Weinstein begonnen hatte, nun auch die Welt der klassischen Musik erreicht haben.

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