OECD-Bericht: Erwerbsbeteiligung Älterer ist gestiegen

Risiko der Altersarmut

Das Verhältnis der über 65-jährigen zur arbeitenden Bevölkerung im Alter zwischen 20 und 64 wird nach OECD-Berechnungen in Deutschland von 34,8 Prozent im Jahr 2015 auf 59,2 Prozent im Jahr 2050 ansteigen. Die Experten bemängeln, dass es hierzulande keine Mindestrente gibt, und stellen extreme Unterschiede zwischen den Renten von Männern und Frauen fest. Im OECD-Durchschnitt wird das Rentenalter für Männer bis 2060 um 1,5 Jahre und für Frauen um 2,1 Jahre steigen. Derzeit liegen die Ausgaben bei knapp zehn Prozent. Spitzenreiter bei der Beschäftigung Älterer sind vor Deutschland Island, Schweden, die Schweiz, Tschechien, Dänemark, Neuseeland, Japan und Norwegen. Allerdings gilt dies vor allem für die Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen. Aber hohe Beschäftigungsraten plus alternde Gesellschaft sind Teil der Erklärung. Damals hieß es, die ungleiche Verteilung sei unter anderem ein Resultat der ungleichen Einkommen. Bei einer Umfrage der Europäischen Kommission im Rahmen des Eurobarometers gaben 18 Prozent der Deutschen an, die Rente sei eines der beiden wichtigsten Themen für sie. In der EU betragen die durchschnittlichen Rentenansprüche für Geringverdiener der Studie zufolge sogar fast 80 Prozent.

Geringverdiener haben es in Deutschland nicht nur während ihres Arbeitslebens schwer - im Rentenalter sind sie im Vergleich zu Arbeitnehmern in anderen Industriestaaten besonders schlecht abgesichert. Ein Arbeitnehmer, der ein Leben lang weniger verdient hat als der deutsche Durchschnitt, erhält, wenn er heute in Rente geht, im Schnitt nur 55 Prozent seines Lohns als Rente.

Aus diesem Grund hält die OECD auch die Rente mit 63 für kontraproduktiv. Hier liegt Deutschland auf einem schlechten Platz.

Vor wachsender Altersarmut warnen Sozialverbände hierzulande schon lange. Um eine angemessene Rente zu sichern, müsste das Rentenalter angehoben werden. Noch erscheint das Altersarmutsrisiko zwar beherrschbar. In den meisten Mitgliedsländern gibt es diese Variante, um Geringverdiener im Alter nicht auf Sozialhilfeniveau absinken zu lassen.

Geringverdiener haben in Deutschland ein besonders hohes Risiko, im Rentenalter in die Armut zu rutschen, ergibt eine Untersuchung der OECD. Frauen kommen demnach nicht einmal auf die Hälfte der Renten der Männer. Zudem dürften Frauengehälter nicht mehr weiter unter denen der Männer liegen.

In Deutschland könnte der Bericht die Diskussion über die Zukunft der deutschen Alterssicherung anheizen.

Die Regierungen der OECD-Länder sollten die dynamischere Wirtschaftsentwicklung nutzen, um die Rentensysteme zukunftsfest zu machen, fordern die Autoren. Die Verbesserungen müssten nur wirksam sein, unbürokratisch, unkompliziert und flächendeckend umgesetzt werden. Ein internationaler Vergleich durch die OECD gibt den Sozialdemokraten recht. Aus diesen Gründen erwarten die Experten in diesem Bereich auch keine Besserung.

In anderen Ländern locke der Staat mit Rentenzuschlägen. Österreich etwa biete Rentnern, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter arbeiten, Zuschläge auf ihre Renten von acht Prozent, in Portugal seien es sogar von 13 Prozent.

Die öffentlichen Rentenausgaben seien zudem in der Schweiz relativ hoch. Damit gehöre Deutschland zu den Top-Performern unter allen OECD-Ländern. Das geht aus einer neuen Studie der Industrieländer-Organisation OECD hervor.

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