Wie ProSiebenSat.1 sein Geschäft neu aufstellt

ProSiebenSat.1 stellt sich für die Zukunft neu auf

ProSiebenSat.1 will 50 Mio Euro bis 2020 sparen und teilt sein Geschäft in die drei Bereiche Entertainment, Content Production und Commerce auf. Der Zuschauer soll so alle Entertainment-Inhalte des Konzerns besser crossmedial über alle Plattformen hinweg angeboten bekommen. Die wichtigste Neuerung: Im Bereich Entertainment wird das klassische TV-Geschäft mit der bisherigen Digital-Entertainment-Sparte zusammengelegt.

Im Rahmen des Capital Markets Day des Multimediakonzerns ProSiebenSat.1 kündigte Konzernchef Thomas Ebeling den in den vergangenen Wochen bereits kolportieren Umbruch im Multimediaunternehmen an: Wie bereits zuvor in diversen Branchenberichten angedeutet, setzt Ebeling darauf, die in den vergangenen Jahren verfolgte Diversifizierungsstrategie des Konzerns fortzuführen und mit einem Umbau von ProSiebenSat.1 in drei Hauptbereiche sogar zu intensivieren. Auch hier will man Synergien zwischen den inzwischen 21 Produktionsfirmen, zwei Vertriebshäusern und eben Studio71 nutzen. Ziel ist der Portfolioausbau und die Beschleunigung des Wachstums im Commerce-Bereich. Künftig wird er als "NCG - Nucom Group" aktiv sein und seine Tochterunternehmen in vier Kategorien bündeln: Home Services & Mobility (darunter fallen etwa Verivox und billiger-mietwagen.de), Leisure & Relationsips (hier finden sich so unterschiedliche Angebote wie Parship, Amorelie und Jochen Schweizer / mydays), Health & Beauty (Flacoi, Windstar Medical) und Style (moebel.de, Stylight). Für das nach dem Verkauf von etraveli verbliebene Online-Reisegeschäft mit Pauschalreisen (weg.de/tropo) wird laut ProSiebenSat.1 der Review-Prozess zu einem möglichen Verkauf fortgeführt. Damit werde "eine zunehmend plattformunabhängige Bereitstellung und universelle Vermarktung der Programminhalte ermöglicht", heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Diese sollen dann trotz weiterer Investitionen in das Programm sowie in Bereiche wie AdTech und Data eine verbesserte Kostenentwicklung im Segment Entertainment mit sich bringen. Das alles war nur möglich, weil wir die Transformation und Diversifizierung des Konzerns seit 2009 systematisch vorantreiben.

Für das Gesamtjahr 2017 erwartet ProSiebenSat.1 weiter einen Anstieg des Konzernumsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Das boomende Commerce-Geschäft von ProSiebenSat.1 soll künftig den zweiten Hauptbereich darstellen. "Mit der Drei-Säulen-Strategie stellen wir Pro Sieben Sat 1 auch für die Zukunft wettbewerbsfähig auf, stärken die Gruppe für weiteres Wachstum und schaffen zusätzlichen Wert für Mitarbeiter und Aktionäre". Unser Management-Team und der Aufsichtsrat haben diese Strategie in den vergangenen Monaten gemeinsam entwickelt. Ebeling stand wegen schwächelnder Unternehmenszahlen bereits seit längerem unter Druck. "Ich bin davon überzeugt, dass ProSiebenSat.1 mit dieser neuen Struktur weiterhin nachhaltig erfolgreich sein wird". Zudem hält der Konzern an seiner Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von 80 bis 90 Prozent des bereinigten Überschusses fest. Damit will man der angestrebten Entwicklung Rechnung tragen, sich immer unabhängiger vom klassischen TV-Geschäft zu machen - mittlerweile erwirtschaftet der Konzern nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte seines Umsatzes außerhalb des klassischen TV-Geschäfts. Auf dieser Grundlage gehen die Verantwortlichen zudem davon aus, bis zum Jahr 2022 ein Umsatzwachstum von mehr als einer Milliarde Euro im Vergleich zum Jahr 2017 erzielen zu können.

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