Zugunglück bei Meerbusch: Personenzug hätte dort gar nicht fahren dürfen

Regionalbahn war wohl auf falschem Gleis unterwegs

"Der Regionalzug hätte diesen Gleisabschnitt nicht befahren dürfen", sagte der Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchungen (BEU), Gerd Münnich, am Mittwoch in Bonn.

Die Reparaturarbeiten würden "sicherlich einige Tage dauern, wenn nicht noch länger", sagte der Sprecher der Bahn in Nordrhein-Westfalen, Dirk Pohlmann. Warum der Zug, der bei Meerbusch auf einen Güterzug auffuhr, dennoch auf der Strecke unterwegs war, müsse nun geklärt werden. Bei dem Unfall wurden mehr als 40 Menschen verletzt.

Der Lokführer des Regionalzugs verhinderte mit einer Vollbremsung Schlimmeres, so erste Erkenntnisse.

Die Fahrtenschreiber beider Züge seien sichergestellt und ausgelesen worden, teilte Münnich mit. Damit sei die Strecke für den nachfolgenden Verkehr eigentlich gesperrt gewesen. Die Bundesstelle stufte die Kollision als schweren Unfall ein, bei der die Schadenshöhe von zwei Millionen Euro überschritten sein dürfte.

Auf der Bahnstrecke zwischen Krefeld und Neuss begannen Spezialisten der Deutschen Bahn derweil an der Unfallstelle unweit des Bahnhofs Meerbusch-Osterath mit der Bergung der Unfallzüge.

Nach Angaben der Feuerwehr Meerbusch waren 155 Menschen im Personenzug. Auch Waggons des Güterzugs entgleisten. Die Reisenden berichteten von einem "großen Knall", der auf die Notbremsung folgte.

Bei dem Unglück verkeilte sich der vordere Wagen des Personenzugs mit dem letzten Waggon des Güterzugs. Dann könne auch entschieden werden, wann die Strecke wieder in Betrieb genommen werden könne. Nach Angaben der Bundespolizei wurden 50 Menschen verletzt: 41 von ihnen leicht unter anderem mit Schocks und Hautabschürfungen, 9 schwer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verfolgte die Lage am Abend, wie Regierungssprecher Steffen Seibert via Twitter mitteilte. "Hoffentlich kann allen Verletzten rasch geholfen werden".

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