Streit um die Stadt Jerusalem

Jerusalem

Die britische Armee in Palästina hatte Jerusalem vollständig umzingelt. Das war fast auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 9. Dezember 1917.

1099 eroberten die Kreuzritter Jerusalem und installierten das christliche Königreich Jerusalem. Für politisch Denkende ist Jerusalem heute als Zentrum des Widerstandes gegen die Besetzung von zentraler Bedeutung. Sie ist Juden, Christen wie Muslimen heilig, hier befindet sich nicht nur die Grabeskirche, sondern auch der Tempelberg und die Al-Aksa-Moschee der Muslime. Auch den Juden ist der Berg heilig, hier stand einst ihr Tempel, von dem nur noch die Westmauer, Klagemauer genannt, übrig geblieben ist. Sie wurde auf dem Tempelberg gebaut, als Jerusalem unter islamischer Herrschaft stand. Der persische Schah Kyros II. erlaubte den Juden 538 vor Christus die Rückkehr nach Jerusalem und den Wiederaufbau ihres Tempels. Vom Herodes-Tempel blieben nur Grundmauern stehen, die heutige Klagemauer, Heiligtum der Juden. Er soll hier gekreuzigt und bestattet worden und schließlich auferstanden sein. Jerusalem gab zu Lebzeiten des Propheten Mohammeds auch die Gebetsrichtung vor, bevor sich die Muslime später nach Mekka ausrichteten. Vom Felsen auf dem Tempelberg soll er dann in den Himmel aufgestiegen sein.

Warum Jerusalem für die Muslime wichtig ist: Im Koran wird Jerusalem nie erwähnt. Die letzten Länder, die ihre Botschaften aus Jerusalem abzogen, waren Costa Rica und El Salvador im Jahr 2006. Aus ihrer Sicht erkennt US-Präsident Donald Trump also lediglich einen historischen Fakt an.

Im Talmud wiederum wird berichtet, dass die Erde, mit der Gott Adam geschaffen haben soll, vom Tempelberg stammte. Jerusalem ist im Laufe der Jahrhunderte stets aufs Neue erobert, zerstört und wiederaufgebaut worden. Bis heute sagen die Juden am Passahfest "Nächstes Jahr in Jerusalem!". Als Allenby vor hundert Jahren durch das Jaffator in die Stadt einzog, zählte Jerusalem nur rund 50.000 Einwohner.

Auch für die meisten jüdischen Siedler, die bis zum Zweiten Weltkrieg nach Palästina kamen, hatte Jerusalem nicht höchste Priorität. "Die muffigen Ablagerungen von 2000 Jahren der Unmenschlichkeit, Intoleranz, und Unsauberkeit liegen in deinen stinkenden Gassen". Seither beansprucht Israel die ganze Stadt als seine "ewige und unteilbare Hauptstadt".

Jerusalem ist allen drei monotheistischen Weltreligionen heilig - und seit drei Jahrtausenden umkämpft. Nach der christlich-byzantinischen Herrschaft im vierten Jahrhundert übernahmen die Perser im siebten Jahrhundert die Macht in Palästina.

Teilung im Krieg - Warum ist Jerusalems Status heute so kompliziert? Die arabischen Staaten lehnten den Plan ab. Im israelischen Unabhängigkeitskrieg wurde die Stadt geteilt. Die Araber vertrieben die jüdische Bevölkerung aus dem jüdischen Viertel und verweigerten ihnen den Zugang zur Klagemauer. Viele Juden und Jüdinnen besuchen die Mauer und beten dort. Den Tempelberg unterstellten die Israelis dem Waqf, einer muslimischen Verwaltung, die vom jordanischen König finanziert wird. David erhebt Jerusalem zur Hauptstadt des ersten jüdischen Staates. Die Palästinenser hingegen sehen "Al Quds", wie es im Arabischen heißt, als von Israel besetzt und wollen es zur Hauptstadt ihres zukünftigen Staates machen.

Ein Friedensplan müsste das Kunststück fertigbringen, einen Ausgleich zu finden zwischen den gegenseitigen Interessen: Auf der einen Seite Israel, das die ganze Stadt als Hauptstadt ansieht. Dabei geht es auch um Jerusalem.

Als Wohnberechtigte besitzen sie nur eine sogenannte Jerusalemer Ausweiskarte.

Hier befindet sich die Knesset, der Sitz von Israels Präsident, das Oberste Gericht, die Hebräische Uni und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Auch einen Reisepass haben die Wenigsten, stattdessen nur ein "Laissez-Passer-Dokument", mit dem sie außer Landes reisen dürfen. Er wurde zum Wallfahrtszentrum für alle Israeliten.

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