VW-Manager zu sieben Jahren Haft verurteilt

Der frühere VW-Manager Oliver Schmidt muss sich in den USA vor Gericht

Der Dieselskandal war vor gut zwei Jahren in den USA aufgeflogen. Seine bisherige Haftzeit wird ihm den Gerichtsangaben zufolge auf seine Strafe angerechnet. Seit fast einem Jahr sitzt er nun im Gefängnis. "Auf der Toilette des Flughafens von Miami von acht Beamten verhaftet und in Handschellen zu meiner Frau geführt zu werden", beschreibt Schmidt als eines seiner bis dahin "erniedrigendsten Erlebnisse". Schmidt könne sich auch nicht damit herausreden, Anweisungen befolgt zu haben.

Die Reue kam jedoch mit einiger Verspätung.

Richter verurteilt Oliver Schmidt zu sieben Jahren. Der 48-jährige Deutsche hatte seine Mittäterschaft beim "Dieselgate"-Skandal zunächst abgestritten, im August bekannte er sich jedoch schuldig und ging einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein". Trotz 1,6 Millionen Dollar an finanziellen Sicherheiten wurde der Antrag aber abgeschmettert. Die Anschuldigungen seien "sehr, sehr ernst", begründete der Richter das. Zudem muss der Manager, der laut Anklage von Februar 2012 bis März 2015 in leitender Funktion für Umweltfragen in den USA zuständig war, eine Geldstrafe in einer Höhe von 400 000 Dollar (knapp 340 000 Euro) zahlen. Insgesamt sind im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre in den USA bislang Strafanzeigen gegen acht amtierende und frühere Mitarbeiter des VW-Konzerns vom Justizministerium öffentlich gemacht worden. Auf eine milde Strafe konnte Schmidt da kaum hoffen.

Schmidt war einst Chef des für die Koordination mit den US-Behörden zuständigen Umwelt- und Ingenieurbüros von VW in den USA.

Auch L.s Strafmaß war mit drei Jahren und vier Monaten Gefängnis sowie einer Geldstrafe von 200 000 Dollar überraschend hoch ausgefallen. Und das, obwohl er als Kronzeuge mit der Justiz zusammengearbeitet hatte.

Auch Volkswagen selbst hat auf Konzernebene im Rahmen eines Vergleichs mit den amerikanischen Justizbehörden ein Geständnis abgelegt und dabei auch strafrechtlich relevante Vergehen zugegeben. Darin räumte der Ingenieur, der zwischen 1983 bis 2008 in der Entwicklung der Dieselmotoren in Wolfsburg gearbeitet hat, ein, dass er und andere ab 2006 die Abschalteinrichtung entwickelt und eingebaut haben, um die es im Diesel-Betrugsskandal geht.

Detroit/Wolfsburg Der Volkswagen-Manager Oliver Schmidt muss seine Rolle im Abgas-Skandal bitter büßen: Ein US-Richter verurteilte ihn zu langer Haft. Im Gegenzug wurden weitere Ermittlungen eingestellt.

Mit Blick auf Oliver Schmidt ist in Deutschland oft gefragt worden, warum der Manager das Risiko einging, in den Vereinigten Staaten Urlaub zu machen. Das Gericht schrieb von "fünf weiteren Managern", nach denen gesucht werde. Von dort dürfte den meisten von ihnen vorerst keine Auslieferung in die USA drohen.

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