Ex-Facebook Manager: Facebook zerstört die Gesellschaft

MELVILLE

Dass Konzerngrößen wie Facebook weit davon entfernt sind, dieses Versprechen zu erfüllen, ist die Kehrseite der Medaille. Wie der ehemalige Facebook-Manager Chamath Palihapitiya, der nicht nur ein vernichtendes Urteil über seinen ehemaligen Arbeitgeber fällt, sondern auch gegen soziale Medien an sich zu Felde zieht.

In einem Podiumsgespräch an der Stanford Graduate School of Business sagte Palihapitiya, dass soziale Medien "die Kernfundamente des menschlichen Verhaltens untergraben" würden. Er empfinde "enorme Schuldgefühle", Werkzeuge mitentwickelt zu haben, die "das soziale Gefüge auseinanderreißen".

Viele Menschen würden nicht erkennen, dass sie von sozialen Netzwerken konditioniert würden. Jeder einzelne müsse entscheiden, ob er sich von den Unternehmen vereinnahmen lasse oder intellektuell unabhängig bleiben wolle. Auch seine Kinder dürften "den Scheiß" nicht mehr nutzen.

Palihapitiya rief dazu auf, das Netzwerk mit Bedacht zu nutzen.

Diese würden nicht nur unsere gesellschaftliche Grundfeste erschüttern, indem sie den öffentlichen Diskurs lahmlegten und Lügen verbreiteten. Diese würden nicht nur Phänomene wie Falschinformationen und Unwahrheiten fördern, sondern den Nutzern auch ein falsches Welt- und Selbstbild vermitteln. 2011 gründete er die Wagniskapital-Firma Social Capital, die sich sozialen und nachhaltigen Investments zum Beispiel im Bereich der Gesundheit und der Bildung verschrieben hat und die er heute als CEO anführt. Diese Selbst- und Fremdwahrnehmung würden wir mit der Wahrheit verwechseln. Er kritisiert die Politik der meisten Investoren im Silicon Valley, die seiner Meinung nach viel Geld in "beschissene, nutzlose, idiotische Firmen" pumpten, anstatt sich mit ihrem Geld um wirkliche Probleme wie den Klimawandel oder Krankheiten zu kümmern. So hatte Sean Parker, der Facebook zusammen mit Mark Zuckerberg gegründet hat, im November gesagt: "Wir haben eine Schwachstelle in der Psychologie der Menschen ausgenutzt". Programmierer Justin Rosenstein ist der Entwickler des Like-Buttons. Ihm zufolge machen soziale Medien die Nutzer nicht nur süchtig, sie beeinträchtigen auch deren "Aufmerksamkeitsspanne".

Related:

Comments

Latest news

Square Enix will ältere Spiele auf die Switch bringen
Im Zuge eines aktuellen Statements bekundeten die Verantwortlichen von Square Enix noch einmal ihr Interesse an Nintendos Switch. Simple Portierungen reichen allerdings nicht aus.

Not-OP rettete das Leben von "DSDS"-Star Menderes"
Den ‚DSDS'-Kultkandidaten plagten so heftige Schmerzen und Übelkeit, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Fest steht allerdings, dass sich der 33-Jährige einer vierstündigen Notoperation unterziehen musste.

Google lanciert drei experimentelle Foto-Apps
Die Bedienung erfolgt über Wischgesten, wobei die Gesten die Wiedergabegeschwindigkeit und die Richtung der Wiedergabe steuern. Google Research hat drei neue App-Experimente vorgestellt, die den Funktionsumfang von Smartphone-Kameras erweitern sollen.

Amnesty: EU unterstützt Ausbeutung in Libyen
Nach Berichten über Sklavenhandel in dem nordafrikanischen Land war die libysche Regierung außenpolitisch unter Druck geraten. Rund 1000 Berliner mit afrikanischem Migrationshintergrund demonstrierten deswegen vor der libyschen Botschaft in Dahlem.

Atos will SIM-Karten-Hersteller Gemalto übernehmen
Daher sei das Angebot von 4,3 Milliarden Euro "sehr, sehr hoch" und spiegele das Potenzial wider, das Atos in Gemalto sehe. Gemalto habe die Deutsche Bank und J.P.Morgan sowie die Anwaltskanzlei Allen & Overy LLP als Berater hinzugezogen.

Other news