EU prüft möglichen Wucher bei der Lufthansa

Die Fluggesellschaft Niki ist pleite. Eine Air Berlin Maschine und ein Fly Niki Flugzeug am Wiener Flughafen Schwechat

München (Reuters) - Air Berlin kann für die Rettung seiner österreichischen Tochter Niki allein auf die Lufthansa bauen.

Die EU-Kommission prüft derzeit noch die Lufthansa-Übernahme, die Frist für die erste Prüfungsphase läuft bis 21. Dezember. Man sei zum Schluss gekommen, dass die Übernahme den Wettbewerb im EU-Binnenmarkt nicht negativ beeinflussen würde, teilte die Kommission am Dienstag in Brüssel mit. "Falls es Hinweise auf eine mögliche gezielte Aktion zu Lasten der Kunden gibt, werden wir das herausfinden", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager der Bild-Zeitung.

Die EU erklärte, man werde alle internen Papiere auswerten, auch Mitschriften aus Vorstandssitzungen und E-Mails. Gleichwohl wird Easyjet nach eigenen Angaben künftig stärkste Airline in Berlin - noch vor der Lufthansa-Gruppe. "Wir haben von Beginn an die Gefahr gesehen, dass die Preise steigen könnten, deshalb schauen wir da genau hin", sagte Vestager.

Air Berlin geht in der Aussendung sogar noch weiter und behauptet, dass Lufthansa der einzige Bieter mit einem tragfähigen Angebot für LGW und Niki gewesen wäre. Dafür will das britische Unternehmen 40 Millionen Euro zahlen. Zusätzlich übernimmt sie Start- und Landerechte, sogenannte Slots.

Wichtig sei, was die Lufthansa nun für Zugeständnisse anbiete, um kartellrechtliche Zweifel auszuräumen.

Man habe die Übernahme vor allem im Hinblick auf die Frage geprüft, ob das von Easyjet angestrebte "Zeitnischen-Portfolio am Flughafen Berlin-Tegel und bestimmten Zielflughäfen es Easyjet gestatten würde, bestimmte Wettbewerber vom Markt für den Fluggastverkehr von und nach Berlin auszuschließen".

Während der Deal mit Easyjet also unter Dach und Fach ist, bangt man bei Air Berlin noch um die Einigung mit Lufthansa. Teils sind diese auch darauf zurückzuführen, dass seit der Air-Berlin-Pleite deutlich weniger Flugzeuge auf innerdeutschen Strecken unterwegs sind. Außerdem sei Easyjet "weiterhin einem starken Wettbewerb" ausgesetzt. Der britische Billigflieger ist in erster Linie am Air-Berlin-Geschäft am Flughafen Berlin-Tegel interessiert und will dort bis zu 25 Maschinen unter seine Fittiche nehmen. Damit kehrt zumindest auf einigen innerdeutschen Strecken der Wettbewerb zurück. "Wenn wir bis 21. Dezember von der Europäischen Kommission grünes Licht bekommen, können wir den Verkauf erfolgreich abschließen", so Kebekus. Zunächst sind 90 Tage vorgesehen - eine Verlängerung ist möglich. Laut Informationen, die Austrian Aviation Net vorliegen, soll Belair Millionenforderungen an Air Berlin haben. Der Flugbetrieb wurde bis Ende Oktober dank eines staatlichen Überbrückungskredits in Höhe von 150 Millionen Euro aufrecht erhalten.

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