Glyphosat-Verbot für Deutschland? Bundestag diskutiert über das Mittel

Ein Traktor mit einer Sprühanlage auf einem Maisfeld

Zuvor hatte Agrarminister Christian Schmidt für eine Verlängerung der Zulassung auf EU-Ebene gestimmt, obwohl die SPD sich gegen die Verlängerung positioniert hatte. Die FDP mahnte eine verstärkte Forschung und mehr Transparenz bei Zulassungsverfahren an.

"Vor dem Hintergrund des Insektensterbens und der Rolle, die Pflanzenschutzmittel dabei spielen, ist ein Verbot der Freilandanwendung von Neonicotinoiden die einzig richtige Schlussfolgerung der EU für Umwelt- und Verbraucherschutz", sagte Hendricks der "Passauer Neuen Presse" (Dienstagsausgabe). In den kommenden fünf Jahren, in denen Glyphosat in Europa erlaubt bleibt, sollten die Substanz und andere Verfahren der Unkrautbekämpfung weiter erforscht werden, lautet der FDP-Ansatz. Dieses mal handelt es sich um die Neonicotinoide, die zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden, jedoch auch für das Bienensterben verantwortlich zeichnen sollen. Die Bundesregierung solle sich verpflichten, ihre politischen Entscheidungen an den Ergebnissen der wissenschaftlichen Untersuchungen sowie den Empfehlungen der zuständigen Zulassungs- und Bewertungsbehörden auszurichten. Grüne und Linke signalisierten bereits ähnliche Vorhaben für ein Glyphosat-Verbot und wollen ebenfalls entsprechende Anträge einreichen. Die Grünen fordern, den Ausstieg aus Glyphosat unverzüglich einzuleiten und einen Ausstiegsplan mit umweltverträglichen Alternativen zu erarbeiten.

Der Grünen-Experte Harald Ebner sagte, nun komme es auf Schadensbegrenzung auf nationaler Ebene an. Es stelle sich die Frage, ob die Zuständigkeit für die Pestizid-Zulassung im Landwirtschaftsministerium richtig angesiedelt sei. Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach nannte Schmidts Alleingang beim Glyphosat-Votum "bestürzend".

Die Abgeordneten der FDP fordern die Bundesregierung hingegen auf, eine nationale Strategie für den Umgang mit dem Herbizid-Wirkstoff vorzulegen. Der CDU-Politiker Hermann Färber warnte vor Panik wegen möglicher Gesundheitsgefahren: "Glyphosat ist das am besten untersuchte Pflanzenschutzmittel weltweit". Unabhängig von einer möglichen Krebsgefahr gehe ihr es vor allem um den Schutz der Artenvielfalt.

Allerdings sieht ihr christsozialer Ministerkollege dies anders.

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