Wenige Firmenpleiten in diesem Jahr

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Pleiten einiger bekannter Unternehmen haben in diesem Jahr für Schlagzeilen gesorgt. Im Vergleich zum letzten Höchststand 2003 hat sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen damit halbiert. Insgesamt ist die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland allerdings auf den niedrigsten Stand seit 1994 gesunken. Viele Unternehmen profitierten von der weltweiten Nachfrage nach "Made in Germany" und der Konsumfreude der Verbraucher, hieß es zur Begründung. Im Bundesländervergleich ist die Insolvenzquote in der Hauptstadt am höchsten: Hier kommen auf 10 000 Unternehmen 93, die Insolvenz anmelden mussten. In Baden-Württemberg sind dagegen nur 38 von 10 000 Firmen pleitegegangen.

Angeführt wird das traurige Pleiten-Ranking von der Fluggesellschaft Air Berlin, die nach jahrelangem Sinkflug in diesem Sommer mit gut 8000 Beschäftigten hart auf dem Boden der Tatsachen landete - eine der größten Insolvenzen in Deutschland in den vergangenen Jahren. Damit verringerte sich die Zahl der Pleiten im siebten Jahr in Folge und erreichte den niedrigsten Stand seit 2003. In den insolventen Unternehmen sind den Angaben zufolge etwa 198 000 Arbeitsplätze weggefallen beziehungsweise bedroht (Vorjahr: 221 000). Das Gros der Pleiten entfällt aber mit 82,7 Prozent weiterhin auf Firmen mit maximal fünf Mitarbeitern.

Die finanziellen Schäden für die Gläubiger lagen mit geschätzt 26,6 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahreswert (27,5 Mrd Euro). Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger bezifferten die Amtsgerichte auf rund 18,0 Milliarden Euro, was rund 3,4 Milliarden Euro weniger sind als ein Jahr zuvor.

"Für 2018 gehen wir von einem weiteren Rückgang der Gesamtinsolvenzen aus", sagte der Leiter Wirtschaftsforschung von Creditreform, Michael Bretz. Sorgen bereitet den Experten aber die aus ihrer Sicht teils gefährlich hohe Verschuldung. "Im Durchschnitt sind - insbesondere im Mittelstand - rund zwei Drittel der Vermögenswerte mit Fremdkapital finanziert", erklärte Creditreform. Trotz historisch niedriger Kreditzinsen und einer allgemein guten Ertragslage seien gut 15 Prozent der Unternehmen nicht in der Lage, ihre Zinsaufwendungen aus dem Tagesgeschäft zu finanzieren. Wenn die Zinsen im Euroraum wieder steigen, würde das den Druck noch erhöhen. "Wenn die Zinskosten steigen, wird das Überleben schwieriger", warnt Ulbricht. Daher müsse man sich wohl auf eine Trendwende bei den Insolvenzen einstellen.

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