Fluglinie Niki ist insolvent: 1000 Mitarbeiter betroffen

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Nachdem die EU-Kommission der Lufthansa mitgeteilt hat, sie werde die Übernahme nicht bis zum 21. Dezember genehmigen, hat das Unternehmen sein Angebot zurückgezogen.

An aircraft operated by German carrier Niki and Air Berlin sits on the tarmac of Berlin's Tegel airport, Germany, August 23, 2017. Geschäftsführer Oliver Lackmann sprach von einem "nationalen Desaster für Österreich" und sagte: "Aufgrund des Neins der Europäischen Kommission gegen den geplanten Verkauf der Niki an die Lufthansa Gruppe verlieren 1000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz".

Nach dem Verzicht der Lufthansa stellte die Air-Berlin-Tochter am Nachmittag einen Insolvenzantrag. Die Bundesregierung rechnet nun mit der Pleite und der Einstellung des Flugbetriebs.

Der Ex-Rennfahrer und Luftfahrt-Unternehmer Niki Lauda erwägt eine Übernahme der Airline. "Ich bin interessiert und würde mich darum kümmern", sagte Lauda, der die Ferienfluglinie einst gegründet hat.

Kein Wort verliert Air Berlin allerdings darüber, dass der Gläubigerausschuss diverse andere Angebote für Niki ausgeschlagen hat, die dem Vernehmen nach sogar höher als der mit Lufthansa vereinbarte Kaufpreis gewesen sein sollen.

"Insolvenz und Grounding von Niki sind jetzt die Folge", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Die Lufthansa hatte sich kurzfristig gegen eine Übernahme von Niki entschieden - weil die kartellrechtlichen Bedenken der EU-Kommission zu groß waren.

Lufthansa hatte sich im Oktober mit der insolventen Air Berlin darauf geeinigt, Niki und LGW für 210 Millionen Euro zu übernehmen.

Die neue Unsicherheit um Niki ist nach Aussage der EU-Wettbewerbshüter bedauerlich. Die Airlines hätten dann keine Lizenzen mehr für Verbindungen in die EU sowie innerhalb der Staatengemeinschaft, warnte die EU-Kommission am Dienstag in einer Mitteilung an sämtliche Fluggesellschaften. Es sei von Beginn an klar gewesen, dass die Lufthansa und Air Berlin eine bedeutende Zahl von überschneidenden Routen hätten, "mit klaren Risiken für österreichische, deutsche und schweizer Verbraucher". "Wir müssen sicherstellen, dass Konsumenten durch Zusammenschlüsse nicht schlechter gestellt werden". Es liege nun an der Insolvenzverwaltung der Air Berlin, die nächsten Schritte zu setzen. Der Bund würde vorfinanzieren. "Wie man sich schadlos hält, muss im Detail noch geklärt werden". Es sei jedenfalls ein Signal ausgesandt, "wenn Leute im Ausland gestrandet sind, dass sie nach Hause kommen".

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