Seti-Projekt startet Lauschangriff auf interstellaren Asteroiden

Der interstellare Asteroid `Oumuamua wurde im Oktober 2017 von Hochleistungs Teleskopen entdeckt. Das zigarrenförmige Objekt stammt höchstwahrscheinlich aus einem anderen Sonnensystem im All und ist bei uns nur kurz zu Gast. (künstlerische

Er sieht mit seinen etwa 800 Metern Länge und rund 80 Metern Breite aus wie ein fliegender Knüppel - eine für Asteroiden sehr ungewöhnliche Form.

Der Asteroid Oumuamua weckt das Interesse von Seti-Forschern. Der Brocken kommt offenbar aus einer anderen Region unserer Galaxie - wahrscheinlich aus dem Sternbild der Leier. Er fliegt mit einer Geschwindigkeit von mehreren Zehntausend Kilometern pro Stunde in Richtung Sonne, wird sie zu drei Vierteln umrunden und dann unser Sonnensystem wieder verlassen. Sowohl diese Bewegung als auch die Flugbahn passen nicht zu normalen Asteroiden. Für ein Raumschiff ist das eine eher ungewöhnliche Form der Fortbewegung. Den Astronomen Seth Shostak hat der merkwürdige Besucher bereits auf den Plan gerufen. Die Wissenschaftler sollen herausfinden, ob der Asteroid künstliche Radiosignale sendet. Doch die ATA-Teleskope konnten nichts aufspüren.

Wegen dieser Auffälligkeiten will das berühmte SETI-Projekt, das seit den 1960er Jahren nach extraterrestrischer Intelligenz sucht, "1I/ʻOumuamua" nun im Rahmen des Programms "Breakthrough Listen" durch das Radioteleskop des Green-Bank-Observatoriums in West Virginia abhören. So soll geklärt werden, ob das Objekt womöglich ausserirdischen Ursprungs ist.

Am heutigen Mittwoch wird es aber einen weiteren Lauschangriff auf 'Oumuamua geben.

"Je länger ich dieses Objekt untersuche, desto ungewöhnlicher erscheint es und lässt mich wundern, ob es vielleicht eine künstlich hergestellte Sonde sein könnte, die von einer außerirdischen Zivilisation geschickt wurde", zitiert der "The Atlantic" aktuell aus einer E-Mail von Avi Loeb an den Hauptgeldgeber der mit 100 Millionen US-Dollar gestützten "Breakthrough Initiative", den Multimilliardär Yuri Milner. In "Scientific American" sagte er: "Mit dieser Ausrüstung können wir Signale von der Stärke eines Handys detektieren". Allerdings handle es sich um eine einzigartige Gelegenheit, mit einem der besten Geräte der Welt ganze zehn Stunden lang eine Hypothese mit geringer Wahrscheinlichkeit zu überprüfen.

Was aber, wenn das Green-Bank-Teleskop doch etwas Außergewöhnliches entdeckt? Die Astroforscher von Breakthrough Listen versichern, dass sie es nicht für sich behalten würden. Gelänge das, würden sie anschliessend versuchen, andere Astronomen weltweit davon zu überzeugen, ihre Teleskope ebenfalls auf das Objekt zu richten. Zu diesem Zeitpunkt würde dann auch die Öffentlichkeit informiert.

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