Klatsche für die Telekom: Bundesnetzagentur untersagt Teile der StreamOn-Option

Die Deutsche Telekom muss bei ihrer StreamOn-Option nachbessern

StreamOn Music & Video ist in den verschiedenen Tarifen MagentaMobil sowie zur Family Card L der Telekom kostenlos zubuchbar. Dem Netzbetreiber scheint es offenbar extrem wichtig zu sein, dass er völlige Freiheit dabei erhält, die Netzneutralität nach eigenem Gutdünken außer Kraft zu setzen. Sogar Popstar Justin Bieber wurde für die Streaming-Flatrate vor den Werbekarren gezerrt.

Um die Netzneutralität zu gewährleisten, hat die Bundesnetzagentur Teilaspekte der Telekom-Zubuchoption StreamOn untersagt. "StreamOn kann weiterhin von der Telekom angeboten werden", betonte Jochen Homann, Präsident der Behörde. Mit der Entscheidung werde sichergestellt, dass die europäischen Vorschriften über das Roaming und die Netzneutralität eingehalten werden, hieß es. Im Interesse der Verbraucher sind aber Anpassungen bei der Ausgestaltung notwendig.

So muss das Angebot nach Vorgabe der Bundesnetzagentur auch im europäischen Ausland unterschiedslos zur Verfügung stehen, ohne dass es vom Inklusivvolumen abgezogen wird.

Bei StreamOn wird das verbrauchte Datenvolumen nicht auf das Inklusivvolumen des Kunden angerechnet, wenn Audio- oder Videodienste von sogenannten Content-Partnern genutzt werden.

Anfang Oktober hatte die Bundesnetzagentur bei StreamOn Verstöße gegen Roaming- und Netzneutralitätsvorgaben festgestellt. In einigen Tarifen wird hier jedoch die Datenübertragungsrate für Videostreaming gedrosselt. Schon seit längerem gab es von Experten Kritik an der Tarifoption. Grundsätzlich muss das Roam-Like-At-Home-Prinzip für alle Tarife gelten, die Roaming im EU-Ausland ermöglichen. Videos können nur noch in SD-Qualität angeschaut werden, ohne dass dafür ein technischer Grund vorliegt.

Anpassung beim Videostreaming: Die Bundesnetzagentur hat die "Videodrossel" in den Tarifen MagentaMobil-Tarifen L, L Plus, L Premium und L Plus Premium untersagt, da diese einen Verstoß gegen das Gebot der Gleichbehandlung des gesamten Datenverkehrs darstellt.

Die Telekom hat nun bis Ende März 2018 Zeit, nachzubessern.

"Wir werden bewerten, wie diese Anordnung umzusetzen ist", erklärte die Telekom in einer ersten Reaktion am Freitag. Hiernach können nun auch Privatpersonen und Streaming-Anbieter, die gleichzeitig eine Downloadfunktion anbieten, als Partner an StreamOn teilnehmen. Für den Fall, dass sie den Verpflichtungen nicht fristgerecht nachkommt, wurde ein Zwangsgeld angedroht.

Die Telekom kündigte rechtliche Schritte gegen die Entscheidung an, die sie "absolut nicht nachvollziehbar" nannte.

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