Lufthansa bläst Übernahme ab, Niki geht in Insolvenz

Niki Lauda und ein Flugzeug der Airline Niki

Die Fluggesellschaft erklärte, die Luftverkehrsbranche arbeite an einer Lösung, wie Passagiere aus dem Ausland nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz zurückgebracht werden könnten.

Die Lufthansa hat auf Wunsch der EU-Kommission weitreichende Angebote zur Erfüllung der Wettbewerbskonformität gemacht, z.B. den Verzicht auf Slots an wichtigen Destinationen.

Die gescheiterte Niki-Übernahme hat auch Auswirkungen auf einen Überbrückungs-Kredit der Kfw, mit dem Air Berlin nach der Insolvenz in der Luft gehalten wurde, um Deutsche Urlauber zurückzuholen.

Niki stellt ab sofort den Flugbetrieb ein. Diese habe "klar signalisiert", dass eine Übernahme und Integration von Niki in die Lufthansa-Tochter Eurowings "aktuell nicht genehmigungsfähig ist". Seit Wochen kritisierte Brüssel den möglichen Deal wegen wettbewerbsrechtlichen Bedenken.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: "Alternative Käufer für Niki standen und stehen bis heute nicht zur Verfügung, trotz allerlei öffentlicher Ankündigungen und intensiven Bemühens des Generalbevollmächtigten von Air Berlin". Allein schon die Ticketpreissteigerungen seit der Air-Berlin-Pleite mussten jedem Kartellwächter die Haare zu Berge stehen lassen. Der Bund wird alles tun, den Schaden für den Steuerzahler zu begrenzen. Sie soll für rund 18 Millionen Euro an Lufthansa gehen.

Nur wenige Stunden vorher hatte die Lufthansa ihr Übernahmeangebot zurückgezogen und Übergangszahlungen eingestellt.

An dem Erwerb der anderen Air-Berlin-Tochter LG Walter solle hingegen festgehalten werden, teilte Lufthansa mit. Niki zählt 830 Beschäftigte und hat 20 Airbus A 320 im Einsatz. "Es ist nun am Air-Berlin-Insolvenzverwalter, die nächsten Schritte zu bestimmen". Er sieht auch die ehemalige Air-Berlin-Eignerin Etihad noch in der Pflicht. Mittlerweile hat Lufthansa 24 Jets von den jeweiligen Leasinggesellschaften übernommen.

In der Vorwoche schrieben wir Ihnen, dass die Übernahme der Air Berlin-Tochter Niki durch den Branchen-Primus Lufthansa wackelt.

Zuletzt hatte Air Berlin auch mit der British-Airways-Mutter IAG und dem Thomas Cook-Ferienflieger Condor verhandelt. Kurz darauf ist Niki in die Insolvenz gegangen. Sie seien "vermeidbar gewesen".

Air Berlin warf der EU-Kommission vor, ihre Position sei nicht nachvollziehbar. Lauda hat ja gemeinsam mit Thomas Cook am Bieterverferfahren teilgenommen - konnte sich aber gegen das Angebot von Lufthansa nicht durchsetzen. Die Kommission habe also gewusst, "dass es gar keine Alternative zum Verkauf der Niki an die Lufthansa gab", sagte Kebekus.

Zuvor hatte bereits eine Sprecherin der Berliner-Justiz zu Reuters gesagt, beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg sei ein Eigenantrag auf die Eröffnung eines Insolvenzantrags für Niki eingegangen sei. Niki bräuchte jedoch einen Neustart im Zuge eines Insolvenzverfahrens. Airline-Gründer Niki Lauda denkt bereits über eine Übernahme nach. Scheitert sie, könnte das für die Tochtergesellschaft von Air Berlin das Ende sein.

Ex-Rennfahrer Niki Lauda im Februar 2004 vor einem Airbus 320 der Fluggesellschaft Niki. Nach der Insolvenzanmeldung rief die österreichische Gewerkschaft Vida zu Krisengesprächen auf.

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