Einigung zwischen ThyssenKrupp und IG Metall im Stahlstreit

Betriebsrat Einigung Fusion Westdeutsche Allgemeine Zeitung Nordrhein-Westfalen Garantie Detlef Wetzel Gemeinschaftsunternehmen IG Metall Aufsichtsratsvorsitzende WAZ Konzern Millionen Heinrich Hiesinger Vorstandschef Mitarbeiter

Durchbruch bei Thyssen-Krupp: Im Streit um die Stahlfusion mit Tata haben sich Vorstand und IG Metall auf weit reichende Sicherheiten für die Beschäftigten geeinigt. Für einzelne Betriebsteile in Bochum, Eichen und Hüttenheim sei eine Wirtschaftlichkeitsprüfung Ende 2020 vereinbart worden, für sie gelte die Standortsicherung bis Ende 2021.

Beim strittigen Unternehmenssitz setzte sich der Konzern durch: Thyssen-Krupp Tata Steel wird seine Zentrale in den Niederlanden haben. Allerdings sei in dieser Zeit eine Veränderung der Anteilsstruktur möglich, eventuell auch durch einen Börsengang. "Wir haben ein Jahrzehnt Sicherheit gefordert und neun Jahre rausgeholt", sagte der frühere IG-Metall-Chef sowie stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzenden bei Thyssenkrupp, Detlef Wetzel, der "WAZ". Abgeschlossen werden könnte der Deal dann nach Zustimmung der Kartellbehörden Ende 2018, so Thyssenkrupp am Donnerstag.

Die Einigung auf den Tarifvertrag, der für alle deutschen Standorte gelte, solle mit dem Start des Gemeinschaftsunternehmens in Kraft treten. Der bereits angekündigte Abbau von bis zu 2.000 Stellen werde nun wie angekündigt sozialverträglich umgesetzt. Darüber hinaus habe der Konzern zugesagt, jedes Jahr Zukunftsinvestitionen in Höhe von 400 Millionen Euro zu tätigen, so der Gewerkschaftssprecher.

"Mit dem heute erzielten Ergebnis haben wir eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, unsere strategische Zielsetzung zu erreichen und gleichzeitig den Interessen unserer Beschäftigten gerecht zu werden", sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger einer Mitteilung zufolge.

ThyssenKrupp und Tata Steel hatten im September angekündigt, ihre Stahlaktivitäten in Europa zusammenzulegen und so den zweitgrößten europäischen Stahlproduzenten nach ArcelorMittal zu schmieden.

Die IG Metall werde das Ergebnis im Januar an den Stahlstandorten zur Abstimmung stellen, teilte ThyssenKrupp weiter mit. Die Tarifkommission der Gewerkschaft habe empfohlen, das Verhandlungsergebnis anzunehmen. An dem Gemeinschaftsunternehmen sollen beide Unternehmen zunächst je 50 Prozent besitzen. Als Firmensitz ist das niederländische Amsterdam geplant.

Related:

Comments

Latest news

Papst kritisiert "Verräter" in der Kurie
Der Papst beschrieb eindrucksvoll und anschaulich die Widerstände, mit denen er bei seinen Reformvorhaben konfrontiert werde. In diesem Jahr hatten auch Ex-Mitarbeiter der Kurie immer wieder von Intrigen im Vatikan berichtet.

Polizei stellt 1,2 Tonnen Crystal Meth sicher
Acht Männer im Alter von 33 bis 52 Jahren wurden festgenommen - in dem Wagen, an Bord des Schiffes sowie in einem Hotel in Perth. Den Drogenschmugglern drohen lebenslange Haftstrafen.

Apple Watch könnte EKG-Funktion erhalten
Laut Insidern tüftelt das Unternehmen an einer EKG-Funktion für künftige Versionen seiner Smartwatch, berichtet Bloomberg . Bloomberg hat einen neuen Bericht veröffentlicht, nach dem Apple in die Apple Watch einen EKG-Herzmonitor einbauen will.

BVB liebäugelt mit nächster Star-Rückholaktion
Nach dem Abgang von Ousmane Dembele und der schweren Verletzung von Marco Reus fehlt es der Stöger-Elf vor allem am Tempo. Mkhitaryans Berater Mino Raiola soll schon versucht haben, den Mittelfeldspieler bei den Mailänder Klubs anzupreisen.

Mann versucht auf anfahrenden Zug aufzuspringen
So auch ein 56-jähriger Schwede, der am Dortmunder Hauptbahnhof den anfahrenden Eurocity nach Zürich noch erreichen wollte. Einsatzkräfte der Bundespolizei sprachen anschließend mit dem Mann, der sich uneinsichtig gezeigt habe.

Other news