Papst kritisiert "Verräter" in der Kurie

Papst Franziskus bei seiner Weihnachtsansprache vor Kardinälen und einigen vatikanischen Mitarbeitern

"In Rom Reformen zu machen, ist wie die ägyptische Sphinx mit einer Zahnbürste zu putzen": In gewohnt klaren Worten hat Papst Franziskus das Topmanagement im Vatikan wegen Versagens und Korrumpierbarkeit angeprangert. Es gebe kleine Gruppen, die von ihren vermeintlich guten Absichten überzeugt seien und sich auch zu rechtfertigen wüssten, die aber in Wahrheit "ein Krebsgeschwür" darstellten, das zur "Autoreferentialiät" führe und und ekklesiale Organismen und die darin Tätigen infiltriere, sagte der Papst laut dem vom Vatikan verbreiteten Redemanuskript. "Und wenn sie sanft aus ihrem Amt entfernt werden, erklären sie sich zu Märtyrern des Systems, des "schlecht informierten Papstes" und einer "alten Garde", anstatt "mea culpa" zu sagen". Die Mitarbeiter der Kurie müssten den Willen des Papstes und ihrer Vorgesetzten folgen.

In diesem Jahr hatten auch Ex-Mitarbeiter der Kurie immer wieder von Intrigen im Vatikan berichtet.

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat einen Verrat an Vertrauen und mangelnden Reform-Eifer im Vatikan kritisiert. Am Donnerstag reichte es dann nach der Rede nur für einen kurzen Handschlag mit dem Pontifex, während andere Kardinäle offensichtlich mehr Gesprächsbedarf mit Franziskus hatten.

Franziskus hatte bereits in den Vorjahren die Ansprachen vor der Kurie, an der immer zahlreiche Kardinäle teilnehmen, zu harscher Kritik an den Verwaltungsorganen genutzt. 2014 hatte der argentinische Papst seinen leitenden Mitarbeitern sogar "geistliches Alzheimer" vorgehalten und "15 Krankheiten" diagnostiziert.

Mit Blick auf die Beziehung der katholischen Kirche zu anderen Konfessionen sprach Franziskus von einem Weg der Ökumene, der unumkehrbar sei. Doch wurde das durch die Kurienkritik einigermaßen übertönt. Vier Kardinäle, darunter der deutsche Walter Brandmüller und der mittlerweile verstorbene Kardinal Joachim Meisner, hatten in einem offenen Brief Aufklärung vom Papst über dessen Familienschreiben "Amoris Laetitia" gefordert, in dem der Papst den Weg öffnet, wiederverheiratete Geschiedene zu den Sakramenten zuzulassen.

Der Papst beschrieb eindrucksvoll und anschaulich die Widerstände, mit denen er bei seinen Reformvorhaben konfrontiert werde.

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