Frankfurt: Normaler Flugbetrieb trotz Streiks bei Ryanair

Stillstand Maschinen der irischen Airline Ryanair auf dem Rollfeld

Unmittelbar vor Weihnachten müssen Passagiere der irischen Fluggesellschaft Ryanair doch noch mit streikbedingten Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Ryanair habe über Nacht nicht-festangestellte und ausländische Piloten geholt und eingesetzt. "Entspannt bin ich aber erst, wenn wir eingecheckt haben", sagte er in der Abflughalle des Frankfurter Flughafens.

Zu dem Streik hatte die deutsche Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die rund 200 in Deutschland fest angestellten Ryanair-Piloten aufgerufen. Betroffen sind nach ersten Einschätzungen an die 20 Flüge, etwa in Berlin, Frankfurt am Main und dem Hunsrück-Flughafen Hahn. Der Druck bei der irischen Airline sei groß. Wie viele Flüge dann tatsächlich ausfielen, könne er allerdings nicht sagen: "Das steht auf einem anderen Blatt Papier". Es gab aber weiterhin bei den Gewerkschaften Misstrauen, dass die Fluggesellschaft lediglich mit einer Hinhaltetaktik das lukrative Weihnachtsgeschäft störungsfrei halten wollte.

Ryanair kritisierte, dass es sich bei VC nicht um eine von den Konzernpiloten gewählte Gewerkschaft handele.

In der Hauptstadt lief der Betrieb größtenteils ohne Einschränkungen an. Insgesamt sieben Verbindungen von Schönefeld fielen am Freitagmorgen in den Streikzeitraum von 5 bis 9 Uhr.

Die Flüge, die in Nordrhein-Westfalen in dieser Zeit geplant waren, sollten zunächst alle wie geplant stattfinden. In Köln/Bonn zeigte die Online-Auskunft für den Flug nach Kopenhagen beispielsweise eine 10-stündige Verspätung an. Gleichzeitig riet die Airline allen Fluggästen, trotz Streiks zum Flughafen zu kommen: "Wir planen, alle angesetzten Flüge durchzuführen und wir geben alles, um Unterbrechungen in den Weihnachtsreiseplänen unserer deutschen Kunden zu minimieren".

Über den Organisationsgrad unter den Ryanair-Piloten gibt es keine verlässlichen Informationen. Die ersten vier hoben am Morgen ab, wie das Flughafen-Management mtteilte.

Welche Flüge sind in NRW betroffen?

Es ist der erste Ausstand in der Geschichte des 1985 gegründeten Billigfliegers Ryanair, der die höchsten Passagierzahlen in ganz Europa aufweist. "Ryanair spielt weiter auf Zeit und verhindert so den Einstieg in Tarifverhandlungen", sagte der VC-Verhandlungsführer Ingolf Schumacher. Die Gewerkschaft, bereits kampferprobt in Konflikten mit der Lufthansa, will bei Ryanair einen Tarifvertrag durchsetzen. Ryanair selbst erklärte, dass man am Freitag erwarte, alle geplanten Flüge von deutschen Flughäfen ausführen zu können. Die Gespräche seien damit gescheitert.

Die Piloten organisieren ihre Aktionen europaweit.

Man lasse sich von der Fluglinie nicht vorschreiben, mit wem sie verhandeln wolle, sagte Schulz. Dies gelte auch für die vom Unternehmen angebotene Gesprächsrunde am 5. Januar in Frankfurt. Nach Angaben der VC gibt es bereits in Irland, Portugal, Spanien, Italien, den Niederlanden, Schweden und Deutschland öffentlich bekanntgemachte Tarifkommissionen. Das und der zunächst auf Deutschland beschränkte Warnstreik ändere aber nichts an der internationalen Zusammenarbeit der Gewerkschaften, sagte Schulz. In Irland hat Ryanair die dortige Gewerkschaft Impact schriftlich als Interessenvertretung anerkannt.

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