Juristisches Tauziehen um Niki-Insolvenz geht weiter

Niki-Rechtsstreit geht in nächste Instanz

Ein Fluggastrechte-Portal beschwert sich über den Ort des Insolvenzverfahrens. Mit einer Entscheidung des Landgerichtes rechne er in den nächsten zwei bis drei Wochen.

Ein Flugzeug der insolventen Fluglinie Niki steht auf dem Flughafen Schwechat bei Wien neben einer Maschine der insolventen Niki-Mutter Air Berlin.

Das Amtsgericht Charlottenburg habe der Beschwerde nicht stattgegeben, weil Niki sowohl gesellschaftsrechtlich als auch operativ in den Air-Berlin-Konzern eingebunden gewesen sei, hieß es in einer Mitteilung.

Das ist zumindest die Einschätzung des vorläufigen Niki-Insolvenzverwalters Lucas Flöther.

Das Portal Fairplane hatte angezweifelt, dass das Berliner Amtsgericht für die österreichische Niki zuständig sei. Es legte beim Gericht Beschwerde gegen die Eröffnung des Verfahrens in Deutschland ein.

Mittwoch, 03. Januar 2018, 14:06 Uhr: Die Beschwerde eines Fluggastportals bei Gericht könnte die Verkaufsvereinbarung für die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki wieder in Frage stellen.

Das vorläufige Insolvenzverfahren der Fluggesellschaft und Air-Berlin-Tochter Niki wird zunächst in Deutschland weitergeführt. Denn die für Donnerstag angekündigte Entscheidung des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg über eine Beschwerde von Verbraucherschützern soll noch nicht das letzte Wort sein. Es teilte am Mittwoch mit, die Beschwerde habe "keine aufschiebende Wirkung".

Mit einer durchaus abenteuerlichen Argumentation auf Grundlage des neuen EU-Insolvenzrechts meldete Niki in Berlin-Charlottenburg statt Korneuburg Insolvenz an.

Nun muss das Landgericht entscheiden.

Fairplane sieht einen Interessenskonflikt, wenn die Insolvenzverfahren für Air Berlin und Niki in einer Hand liegen, sagte Fairplane-Sprecher Ronald Schmid am Mittwoch. Zudem könnten mit einer Durchführung in Österreich die Ansprüche Tausender geschädigter Passagiere besser durchgesetzt werden. Dazu erklärte die Insolvenzverwaltung, es sei für die Gläubiger "völlig unerheblich", wo das Verfahren stattfinde, da sich die Insolvenzmasse nicht ändere.

Das bestritt Flöther. Tatsache sei, dass "sämtliche Flüge von Niki über Air Berlin gebucht" worden seien. Dies hat zur Folge, dass ein Weiterbetrieb auf Grundlage einer neuen Firma erfolgt und von Air Berlin für Niki ausgestellte Tickets nicht anerkannt werden müssen. Damit fielen auch die Zahlungen von IAG weg, die Niki zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebs brauche. Start- und Landerechte könnten verloren gehen. "Dann gibt es nichts mehr zu verkaufen". Dem müssen die europäischen Wettbewerbshüter noch zustimmen.

Die IAG stellt 16,5 Millionen Euro der Summe als Liquiditätshilfe ab sofort für den Betrieb des Ferienfliegers bereit, dessen Flotte seit Mitte Dezember am Boden blieb.

Insolvenzverwalter Lucas Flöther äußerte gegenüber verschiedenen Medien erhebliche Bedenken bezüglich der Beschwerde von Fairplane.

Derweil geht ein kleiner Teil der insolventen Air Berlin nun doch an den Touristikkonzern Thomas Cook. Der "Mittelpunkt der hauptsächlichen Interessen" befinde sich in Berlin. Zuvor hatten Lufthansa, Easyjet, IAG sowie die Bietergemeinschaft Nayak/Zeitfracht Teile von Air Berlin übernommen.

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