Alno ist wohl schon länger pleite

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Einzelne Gesellschaften sind nach den vorläufigen Erkenntnissen wahrscheinlich bereits seit 2013 zahlungsunfähig, unter Berücksichtigung der "Bugwellentheorie" allerdings wohl erst seit Ende 2016. Laut einem Gutachten der Frankfurter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Andersch ist die Zahlungsunfähigkeit wohl schon deutlich vor dem Insolvenzantrag im Juli 2017 eingetreten. Die Frage des Zeitpunkts hängt letztlich davon ab, wie bestimmte Vorgaben in der Insolvenzordnung interpretiert werden.

Die Beteiligten äußerten sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Kurz vor Weihnachten fand sich ein Investor. Mehr als 1000 Gläubiger haben Forderungen im Volumen von knapp 280 Millionen Euro angemeldet.

Zu dem in der Öffentlichkeit angekündigten Rechtstreit um Schadensersatz zwischen der Beteiligungsgesellschaft Tahoe Investors und den ehemaligen Vorstandsmitgliedern Max Müller und Ipek Demirtas wollte der Insolvenzverwalter keine Stellungnahme abgeben. Tahoe gehört zur Prevent-Gruppe der bosnischen Unternehmerfamilie Hastor und war 2016 eingestiegen. Müller weist das zurück und und wirft seinerseits den von Tahoe installierten Managern, die vor der Insolvenz das Ruder bei Alno übernommen hatten, Fehlverhalten vor.

Hörmanns Erkenntnisse stützen nun in gewisser Hinsicht die Sicht von Tahoe. "Die Absatz- und Ergebniserwartungen des Vorstands wurden in den späteren Planungen teilweise sogar noch ambitionierter", heißt es in seinem Bericht.

Als Alno schließlich Insolvenz anmeldete, trug das neue, von Tahoe geschickte Management allerdings auch schon einige Zeit die Verantwortung.

Strafrechtlich bewerten - im Raum steht womöglich der Vorwurf der Insolvenzverschleppung - wollte Hörmann seine Erkenntnisse nicht. Sein Augenmerk gelte am Ende vor allem der zivilrechtlichen Seite, sprich möglichen Ansprüchen zum Beispiel gegen frühere Vorstände. Nach Auskunft eines Sprechers gibt es aber noch kein offizielles Ermittlungsverfahren.

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