Cannabis auf Rezept: So häufig wird das Medikament verschrieben

Cannabis-Verpackungen

Bei den drei größten deutschen Krankenkassen gingen bereits mehr als 13.000 Anträge auf Kostenübernahme für den Medizinalhanf ein. Das geht aus einer Umfrage der Zeitung bei den größten gesetzlichen Krankenkassen Techniker (TK), Barmer und AOK-Bundesverband hervor.

Der Umfrage zufolge gingen aber allein bei den AOK-Kassen bislang 7.600 Anträge ein, wovon 64 Prozent genehmigt wurden.

Das ist weit mehr als ursprünglich angenommen: Vor der Zulassung als Medikament hatten lediglich rund 1.000 Patienten eine Ausnahmegenehmigung für den Erwerb von Cannabis. Sie erhielten 7600 Anträge, 64 Prozent davon wurden genehmigt. Ablehnungsgründe waren meist unvollständige Anträge oder Zweifel an der Notwendigkeit einer Cannabis-Therapie.

Die Kassen erstatten Cannabis auf Rezept, wenn die Patienten schwer erkrankt sind und die Ärzte keine Alternative mehr zu der Behandlung sehen. Auch bei Multipler Sklerose, Rheuma und zur Linderung von Schmerzen und Übelkeit bei einer Chemotherapie wird Cannabis eingesetzt. Cannabis sei aber kein Allheilmittel. Ob das Gesetz diesem Anspruch gerecht werde, müsse überprüft werden. Auch die Suchtexpertin der Grünen im Bundestag, Kirsten Kappert-Gonther, kritisiert das Gebaren der Kassen bei der Kostenübernahme.

Lieferengpässe wegen hoher Nachfrage Der deutsche Hanfverband beklagt indes, dass es wegen der starken Nachfrage immer wieder zu Lieferengpässen komme. Derzeit wird das medizinische Cannabis aus Kanada und den Niederlanden importiert. Dazu läuft derzeit eine Ausschreibung der neuen Cannabisagentur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

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