Catherine Deneuve wirbt für "Freiheit zu belästigen"

Leute Deneuves Kritik an #MeToo heizt Debatte an. Catherine Deneuve 2017 in Berlin

Einen bemerkenswerten Beitrag zur Debatte über sexuelle Übergriffe durch Männern leisten prominente französische Frauen: Sie fordern eine "Freiheit auf Belästigung".

"Vergewaltigung ist ein Verbrechen". "Aber eine beharrliche oder ungeschickte Anmache ist nicht strafbar". Sie warnen vor einem "Klima einer totalitären Gesellschaft" und stellen sich gegen einen Feminismus, "der über die Anprangerung von Machtmissbrauch hinaus das Gesicht eines Hasses auf Männer und die Sexualität annimmt".

In Frankreich sorgen - wie anderswo in der westlichen Welt - die Vorwürfe gegen den ehemaligen US-Film- und Fernsehmogul Harvey Weinstein für große Aufmerksamkeit. Der Text verteidigt jedoch "eine Freiheit, jemandem lästig zu werden, die für die sexuelle Freiheit unerlässlich ist". Allerdings habe #MeToo in der Presse und den sozialen Netzwerken auch eine "Kampagne der Denunziation und öffentlicher Anschuldigungen" ausgelöst. Die Diskussion habe legitimerweise Bewusstsein geschaffen für sexuelle Gewalt gegen Frauen, heisst es in dem nun veröffentlichten Gastbeitrag, dies sei notwendig gewesen. "Dieses Fieber, die 'Schweine' zur Schlachtbank zu führen (.), dient in Wahrheit den Interessen der Feinde sexueller Freiheit, der religiösen Extremisten, der schlimmsten Reaktionäre und derjenigen, die meinen (.), dass Frauen 'besondere' Wesen sind, Kinder mit Erwachsenengesicht, die nach Schutz verlangen". Die aktuelle "Denunziations-Kampagne" gegen Männer spiele nur Moralaposteln und religiösen Extremisten in die Hände, heißt es in einem von rund 100 Frauen unterschriebenen offenen Brief, der in der Zeitung "Le Monde" (Mittwochsausgabe) erscheint. Unterzeichnet haben ihn etwa 100 Frauen aus den Bereichen Kunst, Medien und Wissenschaft, darunter die Philosophin Jacqueline Lichtenstein und die Sängerin Ingrid Caven.

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