Familienministerin droht Vorständen mit Frauenquote

Katarina Barley Quelle über dts Nachrichtenagentur

Laut Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist der Frauenanteil bis Ende des Jahres 2017 auf durchschnittlich rund 30 Prozent gestiegen.

Diesen Druck auf Unternehmen hat die geschäftsführende Bundesfamilienministerin Barley angesichts der Studie erhöht: Ein Anteil von unter zehn Prozent in Vorständen der großen deutschen Banken sei nicht hinnehmbar, sagte die SPD-Politikerin dem "Handelsblatt".

Außerdem bestünden über 80 Prozent der Vorstände börsennotierter Unternehmen aus ein bis drei Personen, so Plöger. Daraus zieht sie die klare Konsequenz: Wo selbstgesetzte Zielgrößen nicht wirkten, seien klare Regelungen notwendig.

Hintergrund für Barleys erneute Drohung ist eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die am Mittwoch vorgestellt wird und der Zeitung in Teilen vorab vorlag. Zwar seien im Finanzsektor mehr als die Hälfte aller Beschäftigten Frauen, "die hohen Führungspositionen haben jedoch weitgehend Männer inne", lautet das DIW-Fazit.

In ihrem Wahlprogramm hatte die SPD eine feste Quote von 50 Prozent für Führungsgremien anvisiert. Familienministerin Katharina Barley will weiter gegensteuern. Eine Regierungsbeteiligung der SPD ist trotz der laufenden Sondierungsgespräche noch nicht sicher.

Barley hatte bereits im vergangenen Jahr mit einer Frauenquote für Vorstände gedroht. Für gesetzlichen Druck plädieren die Grünen. Die FDP und der CDU-Wirtschaftsrat reagierten ablehnend.

"Geht die Große Koalition diesen Weg von mehr Quoten und bürokratischen Vorschriften, engen wir die qualitative Personalauswahl nur noch weiter ein", sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, dem Handelsblatt.

Aufholbedarf gibt es nach Ansicht des DIW besonders im Finanzsektor: Der Frauenanteil in den Vorständen und Aufsichtsräten der hundert größten Banken stieg 2017 zwar leicht auf knapp neun beziehungsweise 23 Prozent. Das gilt allerdings nur für börsennotierte, mitbestimmungspflichtige Konzerne. Während sich der Frauenanteil dank gesetzlicher Quote in den Aufsichtsräten positiv entwickle, gebe es in den Vorständen keine Fortschritte.

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