ÖFB-Präsident Windtner: "Es ist alles belegbar!"

Die schiefe Optik einer Spende

Fest steht, dass die Wiener Antikorruptionsstaatsanwaltschaft nach einer Anzeige Ermittlungen gegen Windtner aufgenommen hat. Die Finanzkommission der FIFA genehmigte auf einem Kongress die 100.000 Dollar für das Projekt Windtners, der sich zu dieser Zeit auch als Befürworter Blatters als FIFA-Präsident ausgesprochen hatte. Womit der Verdacht einer Intrige und Retourkutsche gegen den ÖFB-Präsidenten wahrscheinlich erscheint.

"Der Anzeigeerstatter verweist dabei selbst auf eine aus seiner Sicht ungerechte Behandlung des Sportvereins durch den Oberösterreichischen Fußballverband, die somit Anlass für die Anzeige war", hieß es in dem der APA vorliegenden Statement. Der ESV Wels sei zuvor vom Verband vom Meisterschaftsbetrieb ausgeschlossen worden - mittlerweile hat der Verein seine Fußballsektion übrigens neu gegründet. Für Windtner ist der Ausgangspunkt für die Ermittlungen daher "ein Rundumschlag des Vereins": "Es ist aber nach wie vor keine Änderung der Faktenlage eingetreten". Also trudelten wenig später diese 100.000 Dollar auf einem Konto bei der Linzer Oberbank ein. Die Schirmherrin der Organisation war damals Leo Windtners Ehefrau. Seine Nichtwahl war ein einstimmiger Präsidiumsbeschluss des ÖFB. Unvereinbarkeit? Stimmenkauf? Umso verwunderlicher ist es, dass seine sonst so mitteilungsfreudigen Landesfürsten partout jetzt schweigen.

In einer Stellungnahme des ÖFB gegenüber "90minuten.at" und "Addendum" hieß es, dass Leo Windtner in einer Sitzung des ÖFB-Präsidiums am 7. Dezember des Vorjahres darüber informiert habe, dass eine Anzeige des Eisenbahnersportvereins Wels bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien gegen ihn vorliege. Es wurde ordnungsgemäß verwendet, ausnahmslos für sein Vorzeigeprojekt - zudem sei alles belegbar. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen". "Soweit habe ich nicht vorgedacht, weil ich mir nichts vorzuwerfen habe".

Im Sommer 2014 suchte ÖFB-Boss Leo Windtner um eine Förderung bei der FIFA für ein Fußballprojekt in den Slums von Kenia an – ohne das Wissen des Verbandes. Der damalige Generaldirektor Alfred Ludwig habe Windtner aber informiert, dass der ÖFB nicht in das Hilfsprojekt involviert sei. Ob Sepp Blatter das Geld eigenständig überweisen hat, ist noch nicht geklärt. Letztlich hatte der ÖFB aber angekündigt, so wie die meisten UEFA-Mitglieder, gegen Blatter zu stimmen.

Es geht um eine "Spende" des Weltverbands Fifa, freigegeben 2015 durch den gerade erbittert wahlkämpfenden Joseph Blatter. Tags darauf sei das Geld laut den Medienberichten auf das Konto in Oberösterreich geflossen. Bestätigt ist dies allerdings nicht. Im schlimmsten Fall droht dem seit 2009 amtierenden Präsidenten eine Sperre - so wie es etlichen anderen Fußballfunktionären in den vergangenen Jahren ergangen ist.

Blatter führte den Weltverband von 1998 bis 2016.

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