Kering trennt sich vom Mehrheit ihrer Puma-Anteile

Logo des Sportartikelherstellers Puma spiegelt sich in einer Scheibe der Firmenzentrale in Herzogenaurach | Bild

Kering selbst würde damit rund 16 Prozent an PUMA behalten und will sich so auf den profitablen Luxussektor mit Marken wie Gucci, Brioni und Saint Laurent konzentrieren, wie der Konzern am Donnerstagabend mitteilte. Sie passe einfach nicht mehr in das strategische Konzept; anders als noch zum Zeitpunkt des Erwerbs, als sich die damalige PPR neben dem Luxusgeschäft eine zweite, auf das Sportgeschäft ausgerichtete Geschäftssäule aufbauen wollte. An der Börse könnte das Unternehmen damit wieder eine größere Rolle spielen. Insgesamt wird das Unternehmen so mit 5,1 Milliarden Euro bewertet. Künftig sind 55 Prozent der Aktien breit gestreut, bisher waren es nur 14 Prozent. "Das ist das Beste, was uns hätte passieren können", hieß es in Unternehmenskreisen. Bislang gehören Kering etwa 86 Prozent von Puma. "Kering und Artemis werden starke Partner von Puma bleiben". Kering - früher unter PPR firmierend - hatte im Jahr 2007 rund 62 Prozent Puma-Aktien zum Kurs von 300 Euro erworben. Dank florierender Geschäfte, insbesondere im stärksten Segment Schuhe, präsentiert er sich in deutlich besserer Verfassung, nachdem er jahrelang Marktanteile an die deutlich größeren Konkurrenten Nike und Adidas abgeben musste. Die Hoffnung auf Synergieeffekte mit Gucci oder Saint Laurent hatte sich aber nie erfüllt. "Die Marke erfreut sich eines starken Umsatzwachstums und macht Fortschritte bei der Rendite", erklärte Kering. In den USA ist die Marke wieder in Mode - dank Markenbotschaftern wie Rihanna und dem Sprinter Usain Bolt.

Damit zeichnet sich nach zehn Jahren eine neue Eigentümerstruktur für Puma ab. Künftiger Großaktionär mit einem Anteil von 29 Prozent wird nun die Artémis sein, hinter der sich die Familie Pinault als Großaktionär von Kering (40,9 Prozent) verbirgt.

Die im Luxussegment gewohnten Profite hatte Puma aber nie erreicht. "Wir haben die Voraussetzungen für eine glänzende Zukunft für PUMA geschaffen". "Kering würde sich dann ganz der Entwicklung der Luxury Houses widmen". Die Zustimmung der Kering-Aktionäre zu der Abspaltung ("Spin-off") auf der Hauptversammlung am 26. April gilt als Formsache. Ein Verkauf an Puma steht aber nicht zur Diskussion.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits vorher über die Pläne berichtet. Spekulationen über einen Verkauf der Kering-Tochter kursierten seit längerem und hatten die Papiere im vergangenen Jahr um fast 100 Euro nach oben getrieben.

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