Viennale: Eva Sangiorgi folgt auf Hans Hurch

PK VIENNALE SANGIORGI

Diese Personalentscheidung wurde am Donnerstag im Wiener Metro-Kinokulturhaus bekanntgegeben. Eine Neubesetzung war notwendig, nachdem Langzeitintendant Hans Hurch im Vorjahr überraschend verstarb. Tatsächlich wurde auch von Kennern des Filmfestivals bis zuletzt spekuliert, wer die Nachfolge antreten würde.

Eva Sangiorgi wird künftig die Viennale, Österreichs wichtigstes Filmfestival, leiten. Auch Franz Schwartz, der bis zur Übergabe im März interimistischer künstlerischer Leiter bleibt, lobte seine Nachfolgerin. Die Italienerin Eva Sangiorgi setzte sich gegen 28 Mitbewerber durch.

Im April 2010 Gründung des internationalen Filmfestivals FICUNAM in Mexico City, dessen künstlerische und kaufmännische Leitung sie bis heute innehat.

Seit 2003 Tätigkeit als Kuratorin und Programmiererin bei internationalen Festivals in Mexiko und in Europa. Die 39-jährige Italienerin wird bereits für die heurige 56. Ebenso habe man sich, wie Mailath-Pokorny betonte, "keine Vorgabe und weder Ein- noch Ausschränkung" auferlegt. Sie ist eine Frau, die den einzigartigen Charakter des Festivals erfasst und erkannt hat und die Viennale exzellent weiterführen wird. Sangiorgis Schwerpunktsetzungen bei FICUNAM zeugen von einer Offenheit für neue und aufregende Formen, aber auch von einem Bewusstsein für Politik und Geschichte des Kinos.

Man habe sich ganz bewusst für eine internationale Nachbesetzung in Zeiten der aufwallenden Nationalismen entschieden, betonte ebenfalls Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ): "Ich möchte das auch als Signal verstanden wissen".

"Ich freue mich sehr auf eine schöne und gedeihliche Zusammenarbeit", unterstreicht Eva Rotter, Geschäftsführerin der Viennale. Bis zur Deadline am 5. Dezember langten 30 Bewerbungen ein - darunter 18 nationale und 12 internationale. Dass die neue Viennale-Spitze weiblich ist, dürfte auf allgemeinen Anklang stoßen. Hurch, der das Festival zwei Jahrzehnte lang geprägt hatte, starb 2017.

Weniger erfreut könnten jene sein, die sich einen grundlegenden Strukturwandel beim Filmevent erhofft hatten. Sangiorgi meinte, sie wolle die Viennale-Tradition "respektvoll fortsetzen" und "die Fähigkeiten des bewährten Teams nutzen".

Sangiorgi selbst gab sich bei der Konferenz dankbar, nüchtern, freundlich und erwartungsvoll, hielt sich kurz und mit detaillierten Zukunftsplänen zurück.

Als "selbstverständlich" betrachtet Mailath-Pokorny die Weiterführung von Kooperationen der Viennale mit anderen Einrichtungen wie etwa mit dem Österreichischen Filmmuseum, die Subvention in der Höhe von rund 1,5 Millionen Euro sowie den Verbleib der etablierten Wiener Innenstadtkinos als Spielstätten. Trotz ihres beruflichen Hintergrundes werde sie nicht notwendigerweise auf lateinamerikanisches Filmschaffen fokussieren, auch wenn sie natürlich einen entsprechenden Einblick in das Kino Südamerikas habe. Zugleich sei es ihr Ziel, die starren Grenzen zwischen Dokumentar- und Spielfilm aufzuheben und etwa im Festivalzentrum jeden Abend Gespräche zwischen Filmschaffenden und Publikum zu programmieren. Sangiorgi beherrscht vier Sprachen, Deutsch ist nicht darunter - während der Konferenz wurden ihr von einer Dolmetscherin diskret Übersetzungen zugeflüstert.

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