Deutsche Männerstaffel verpasst Podest

In der Aufstellung Erik Lesser, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Simon Schempp erschien ein Erfolg vor heimischem Publikum nur nach Startläufer Lesser, der fehlerfrei blieb, denkbar.

Die deutschen Biathleten haben im letzten Staffelrennen vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang das Podest verfehlt.

"Man schaut natürlich zum Podium, wir wollen nicht Fünfter, Sechster oder Siebter werden", sagte Schempp im ZDF: "Ich wollte etwas riskieren, es ist mir aber nicht geglückt". Bundestrainer Mark Kirchner meinte: "Die Bedingungen waren sehr schwer". Bei so einer Konkurrenz muss man erstmal Vierter werden. "So viele Nachlader, das ist nicht das Gelbe vom Ei". "Nichtsdestotrotz war es ein guter Wettkampf".

Das in Bestbesetzung angetretene deutsche Quartett musste sich am Freitag über die 4x7,5 Kilometer im Hexenkessel der ChiemgauArena vor 18 000 Zuschauern den ohne Rekordweltmeister Ole Einar Björndalen angetretenen Norwegern, den Franzosen um ihren Topstar Martin Fourcade und dem von Ricco Groß betreuten Olympiasieger aus Russland geschlagen geben. Der letzte Sieg einer deutschen Männerstaffel datiert somit weiter vom 21. Januar 2017.

Schempp ging mit einem Rückstand von 47,1 Sekunden zum Podest in die Loipe, die Aussicht auf den erhofften Sprung auf das "Stockerl" waren daher ziemlich gering.

Mark Kirchner verzichtete wie erwartet auf Roman Rees, der mit seinem vierten Platz am Mittwoch das beste Einzelresultat der Männer in diesem Jahr geliefert und damit auch das Olympia-Ticket gelöst hatte.

Die Führung konnte Doll nicht verteidigen, weil er in seiner Wackeldisziplin - dem Stehendschießen - drei Ersatzpatronen für eine Scheibe benötigte. "Das war total überflüssig und sinnlos".

Am Ende fehlten fast eineinhalb Minuten auf Sieger Norwegen, das in der Besetzung Lars Helge Birkeland, Tarjei Bö, Emil Hegle Svendsen und Johannes Thingnes Bö nicht zu stoppen war und trotz sieben Fehlern am Schießstand eine halbe Minute vor den Franzosen landete. Peiffer kämpfte, lief gut - und machte vor Schempps Auftritt immerhin einen Platz gut. Die siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier gab sich einen Tag nach ihrem schlechtesten Karriere-Resultat mit Einzel-Platz 48 wieder optimistisch.

Zusammen mit Franziska Hildebrand, Franziska Preuß und Denise Herrmann will sich Dahlmeier über die 4x6 Kilometer Selbstvertrauen auch für den Massenstart am Sonntag holen. In der kommenden Woche findet dann in Antholz/Italien die Generalprobe für die Olympischen Spiele statt.

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