Zahl der Organspender in Deutschland fällt auf 769

Organspendeausweis

Die Zahl der Organspender hierzulande ist erneut gesunken. Deutsche Patienten, die auf eine Organspende warten, profitieren dagegen von der Spendenbereitschaft im Ausland. Nachdem 2016 noch 834 Menschen gespendet hatten, fiel die Zahl der Spender 2017 auf 769, wie die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag) berichtet. Dies gehe aus dem noch unveröffentlichten Jahresbericht der Stiftung Eurotransplant hervor.

Zehn Organspender pro eine Million Einwohner gelten als kritische Marke. Diese Marke gilt international als Voraussetzung für ein ernstzunehmendes Organspendesystem. Die Zahl der transplantierten Organe von hirntoten Spendern fiel auf nur noch 2664, im Vorjahr waren es noch 2927. Im Vorjahr waren es noch 2.927 gewesen.

Historisches Tief: Mit nur 9,3 Spendern pro Million Einwohner zählt Deutschland nun endgültig zu den europäischen Ländern mit den wenigsten hirntoten Organspendern. Auch die Zahl der Lebendspenden sank von 659 im Jahr 2016 auf 620 im Jahr 2017.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz beklagt das fehlende Interesse der Regierungsparteien an der Transplantationsmedizin. Nur Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Albanien haben noch weniger Spender. Im Vergleich: Ohne Lebendspende kamen beispielsweise laut SZ in Kroatien und Belgien mehr als 30 Organspender auf eine Million Einwohner, in Österreich mehr als 23. "Diese Dramatik kommt in den Sondierungsgesprächen für eine Neuauflage der Großen Koalition mit keinem Wort vor", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch.

Am kommenden Montag will auch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ihre Statistiken offiziell vorstellen und hatte bereits angekündigt, mit einem Minus von mehr als 1.500 Organen gegenüber 2010 zu rechnen. Brysch forderte, den Spendermangel zu einem Thema bei den Koalitionsverhandlungen zu machen.

Deutschland profitiert von der höheren Spendenbereitschaft in anderen Ländern.

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