Zucker und Fett versetzen Immunsystem in Alarm

Fast Food schädigt Immunsystem

Fast Food ist ungesund und macht das Immunsystem aggressiver. Noch lange nach Umstellung auf gesunde Kost komme es daher schneller zu Entzündungen. Hierdurch werde direkt die Entstehung von Arteriosklerose und Diabetes gefördert.

Die Wissenschaftler haben vier Wochen lang Mäuse mit viel Fett, viel Zucker und wenigen Ballaststoffen gefüttert. Ihr Körper reagierte darauf mit massiven körperweiten Entzündungen, fast so, als hätten sie sich mit gefährlichen Bakterien infiziert. "Die ungesunde Diät hat zu einem unerwarteten Anstieg einiger Immunzellen im Blut geführt". Betroffen waren unter anderem Erbanlagen für die Vermehrung der Zellen. Schultze. Wurde den Mäusen anschließend vier weitere Wochen lang die arttypische Getreide-Kost angeboten, verschwand zwar die akute Entzündung, allerdings blieb die genetische Reprogrammierung der Immunzellen bestehen. Allerdings: Auch nach der Ernährungsumstellung waren immer noch viele Erbanlagen aktiv, die während der Fastfoodzeit aktiviert wurden. Erst seit kurzem ist bekannt, dass das angeborene Immunsystem über ein Gedächtnis verfügt. Dr. Eicke Latz, Leiter des Instituts für angeborene Immunität der Universität Bonn und Wissenschaftler am DZNE.

Das Immunsystem bleibt also in einer Art Alarmbereitschaft, um dann schneller auf einen neuen Angriff reagieren zu können. Experten nennen das "innate immune training". Bei den Mäusen wurde dieser Prozess nicht durch ein Bakterium, sondern durch ungesunde Ernährung ausgelöst.

Dass Fastfood unserer Figur schadet, wissen wir - und können wir sogar im Selbstversuch beobachten.

Bei der Untersuchung von 120 Probanden fanden die Forscher genetische Hinweise darauf, dass an diesem Trainingseffekt ein sogenanntes Inflammasom beteiligt ist.

Inflammasome sind Sensoren des angeborenen Immunsystems. Das Immunsystem reagiere in der Folge schon auf kleine Reize mit stärkeren Entzündungsantworten.

Ungesunde Ernährung mit viel Fett und Kalorien verändert langfristig das Immunsystem. Dieser Frage gingen Prof. Das in der Studie identifizierte Inflammasom wird durch bestimmte Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln aktiviert. Viele Gene auf der DNA lassen sich daher gar nicht ablesen - sie sind einfach zu schlecht zugänglich.

Ungesunde Ernährung führt nun dazu, dass sich manche dieser normalerweise versteckten DNA-Teile entrollen - ungefähr so, als wenn eine Schlaufe aus einem Wollknäuel heraushängt. Dieser Bereich der Erbsubstanz wird dadurch langfristig leichter ablesbar. Diese sogenannten epigenetischen Änderungen werden durch das Inflammasom angestoßen, erläutert Professor Latz.

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