Durchbruch: Medikament gegen Bienensterben entdeckt

Forscher habe ein Mittel gegen einen gefährlichen
Bienenschädling entdeckt. Mit der Chemikalie Lithiumchlorid könnten
befallene Bienenstöcke mit geringem Aufwand über die Fütterung von
der gefürchteten Varroamilbe befreit werden

Bisher mussten Imker befallene Bienenstöcke mit aggressiven organischen Säuren oder chemischen Milbenbekämpfungsmitteln behandeln, die allerdings Resistenzprobleme und Rückstände verursachen. Nach über 25 Jahren Forschung sind sie zufällig auf ein Gegenmittel gestoßen.

Ein günstiger, einfach anzuwendender Wirkstoff gegen die gefährliche Milbe, der nach dem aktuellen Kenntnisstand der Forscher keine bedeutenden Nebenwirkungen für Bienen, Imker oder Verbraucher hat und in der Natur reichlich vorkommt: Das versprechen die Resultate des Forschungsprojektes.

Mit Lithiumchlorid habe das Forscherteam einen Wirkstoff für ein solches Medikament gefunden, der leicht zu beschaffen und zu verabreichen ist. Ihre ersten Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschafter um Peter Rosenkranz von der Universität Hohenheim (Stuttgart) nun in der Fachzeitschrift "Scientific Report". Auch die Verfügbarkeit spricht für den Wirkstoff: Die weltweiten Vorräte des Leichtmetalls Lithium werden auf über 40 Millionen Tonnen geschätzt, als Lithiumchlorid-Salz findet es sich in Salzlaugen, Salzseen und Heilquellen, und das zum Teil in erstaunlich hoher Konzentration. Das leicht in Wasser lösbare Salz wird unter anderem als Trocknungsmittel und Enteiserlösung verwendet. Lithiumsalze werden bereits seit der Mitte des 20. Jahrhunderts als Medikament in der Psychiatrie eingesetzt und sind in der Anwendung bezüglich Nebenwirkungen, Verträglichkeiten und Wechselwirkungen sehr gut erforscht.

Bevor der Wirkstoff nun als Medikament für Bienen auf den Markt kommen kann, sind weitere Tests, zum Beispiel zur genaueren Dosierung, nötig. Nach Universitätsangaben laufen bereits Gespräche mit Unternehmen.

Laut Peter Rosenkranz haben die Hohenheimer Wissenschaftler einen "viel komplexeren Ansatz" verfolgt, der auf biogenetischen Verfahren basiert. In der Milbe schalten die Bruchstücke gezielt lebenswichtige Gene des Parasiten aus. "Für die Bienen sind diese RNA-Bruchstücke ungefährlich, da sie ausschließlich mit varroaspezifischen Genen interagieren. Bei der Varroa-Milbe jedoch werden zentrale Stoffwechselprozesse gestört und die Milbe schließlich abgetötet", so Rosenkranz. Damit soll es möglich sein, befallene Bienenstöcke mit geringem Arbeitsaufwand von der gefürchteten Varroa-Milbe zu befreien.

Sie bemerkten bei Kontrollexperimenten mit anderen, eigentlich unwirksamen Genbruchstücken, dass "etwas in der Mischung den Milben nicht bekam, während die Bienen keinen Schaden nahmen". Wurde dies nicht gemacht, so war ein Bienenvolk stets gefährdet, komplett ausgerottet zu werden. Nach zwei Jahren Experimentieren stießen sie dann auf den Mischungsbestandteil Lithiumchlorid - "ein Durchbruch in der Varroa-Milben-Bekämpfung", so die Universität. Die Methode funktioniere, sei aber teuer und aufwendig, erläuterten die Forscher.

Lithiumchlorid sei hingegen nicht nur einfach herzustellen und relativ preiswert, erklärten die Forscher.

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