"Unwort des Jahres": Chance für "Babycaust" und "Fake News"

Zum „Unwort des Jahres“ wird ein Begriff gekürt der gegen das „Prinzip der Menschenwürde“ oder gegen „Prinzipien der Demokratie“ verstößt. Quelle dpa

Weitere kritisierte Unwörter vom letzten Jahr seien die Begriffe "Shuttle-Service" zu den Seenotrettungseinsätzen für geflüchtete Menschen im Mittelmehr und "Genderwahn" gewesen. Es ist ein Begriff, den die aktuelle US-Präsidentschaft geprägt hat. Davon hätten rund 80 bis 90 den Kriterien der Aktion entsprochen, so die Sprecherin der sechsköpfigen Fachjury, Nina Janich. Conway bezeichnete Spicers Behauptungen als "alternative Fakten".

Denn zum "Unwort des Jahres" werden seit 1991 jedes Jahr Begriffe gekürt, die gegen das Prinzip der Menschenwürde oder gegen Prinzipien der Demokratie verstoßen, weil sie "einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren" oder "euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend" sind. "Volksverräter" war das Unwort 2016, "Gutmensch" 2015. "Jamaika-Aus" war es 2017. "Alternative Fakten" ist ein Begriff aus der amerikanischen Politik und geht auf Kellyann Conway, eine Beraterin von Donald Trump, zurück. Wie die Jury mitteilt, wurden insgesamt 1316 Vorschläge und 684 verschiedenen Ausdrücke eingeschickt.

"Babycaust" war der am häufigsten vorgeschlagene Begriff. Die Häufigkeit spielt bei der Entscheidung der Juroren aber keine Rolle. Vorgeschlagen hatte ihn die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die Ende 2017 wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt worden war.

Die Street-Art-Künstlerin Barbara, die in diesem Jahr zu der sprachkritischen Jury gehört, habe die Aktion auf Facebook und Instagram bekannt gemacht und um die 3000 Reaktionen erhalten, erzählt Janich. Wegen seiner Ähnlichkeit zum Begriff "Holocaust" sei der Begriff besonders erschreckend und gemäß dem Anspruch der Jury "irreführend".

Darmstadt.Das "Unwort des Jahres" 2017 heißt "alternative Fakten". Die anderen fünf sind fest.

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