Elektromobilität: Luftreinhaltung spielt beim Boom in China keine Rolle

Prozentual gesehen wurden in Norwegen 2017 fast genauso viele E Autos neu angemeldet wie in Deutschland Diesel-Fahrzeuge

China hängt den Rest der Welt beim Absatz von Elektroautos immer deutlicher ab. Das bekommen auch Deutschland und die USA zu spüren, die im Vergleich mit der asiatischen Großmacht weit hinterherhinken.

Dass Elektroautos in China seit Jahren schon gut angenommen werden, ist kein Geheimnis. Stefan Bratzel vom "Center of Automotive Management" (CAM). Dabei gehe es aber weniger um Luftreinhaltung, sondern um den Wunsch nach größerer Unabhängigkeit von Ölimporten sowie um die Elektrokompetenz chinesischer Autobauer.

Aber auch in Deutschland treibe die Diskussion über mögliche Fahrverbote für schmutzige Diesel den E-Auto-Absatz in die Höhe. "2017 konnten 54.492 Elektrofahrzeuge (plus 117 Prozent) verkauft werden, wodurch sich der Marktanteil von 0,8 auf 1,6 Prozent verdoppelt".

Die Bundesregierung ist vom Ziel, bis 2020 eine Million Elektromobile auf die Straßen zu bringen, meilenweit entfernt. Das CAM prognostiziert für 2025 einen Marktanteil von ordentlichen 25 Prozent auf Seiten der E-Autos.

Zu wenig Ladestationen in NorwegenEIn Norwegen fehlt es an Ladestationen.

Allerdings wachsen die Verkäufe dort schneller als der Ausbau der Ladeinfrastruktur - weshalb die norwegische Elektrowagenvereinigung im September öffentlichkeitswirksam Alarm schlug. Dass die Elektroautos in Norwegen so beliebt sind, liegt an finanziellen Vorteilen: Mehrwertsteuer, Importsteuer und Kfz-Steuer fallen weg. Allerdings werde bei optimistischen Prognosen selbst 2030, in zwölf Jahren, die Mehrzahl der verkauften Autos (60 Prozent) von einem Verbrennungsmotor angetrieben, so die Studie. Bratzel warnte, die Verschiebungen und der Trend zu schweren Stadt-Geländewagen (SUV) machten es für einige Hersteller schwer, die CO2-Reduktionsziele der EU von 95 Gramm Kohlendioxid Ausstoß je Kilometer bis 2021 zu erreichen.

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