Thyssenkrupp-Chef Hiesinger geht auf Kritiker zu

Heinrich Hiesinger Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp vor der Konzernzentrale in Essen

"Mit unserer strategischen Weiterentwicklung sind wir angetreten, die Geschäfte von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen zukunftsfähig zu machen. Gleichzeitig wollen wir die Größe und die Gemeinschaftsvorteile nutzen, um jedes einzelne Geschäft profitabler zu machen", sagte Hiesinger auf der Hauptversammlung des Industrie- und Stahlkonzerns laut einem vorab verbreiteten Redemanuskript.

Unterdessen läuft die Abstimmung der Stahl-Belegschaft des Konzerns über einen Tarifvertrag zur Fusion der Stahlsparte mit dem indischen Konkurrenten Tata auf Hochtouren. "Wie genau wir das angehen, wird Teil unseres jährlichen Strategiedialogs von Vorstand und Aufsichtsrat im Mai sein". "Wir werden die Strategie für den Gesamtkonzern schärfen und auch unsere finanzielle Zielsetzung anpassen", sagte er.

Mehrere Investoren haben den Kurs des Mischkonzerns, der neben Stahl auch Aufzüge, Anlagen, Autoteile und U-Boote herstellt, scharf kritisiert. Die Fondsgesellschaft Union Investment hatte Anfang Dezember in einem Reuters-Interview eine Schärfung der Strategie gefordert. Der mit einem Anteil von rund 18 Prozent zweitgrößte Thyssenkrupp-Aktionär hatte zuvor eine zügige Zerschlagung des Konzerns gefordert und die Renditeziele scharf kritisiert. "Die aktuelle Konglomeratsstruktur ist zu komplex und schwerfällig". "Hätte das Unternehmen seine eigenen Margenziele erreicht, wäre die Aktie 50 Euro wert, doppelt so viel wie heute".

Hinsichtlich der Kritik des schwedischen Finanzinvestors sagte Hiesinger, dass der Konzern nicht eindimensional geführt werde. "Wir arbeiten mit einer langfristigen Perspektive".

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende September) bekräftigte er.

Bereits vor dem Aktionärstreffen hatte sich Hiesinger einen Schlagabtausch mit dem schwedischen Großaktionär Cevian geliefert.

Manager Heinrich Hiesinger steht heute ein turbulentes Aktionärstreffen bevor - mit handfestem Krach um die richtige Strategie. "Und wir handeln dabei gleichermaßen im Interesse unserer Kunden, unserer Mitarbeiter und unserer Aktionäre". "Das ist die Ursache für die unterdurchschnittliche Leistung von Thyssenkrupp", hatte Lars Förberg, Gründer und Chef von Cevian, Reuters kürzlich gesagt.

Related:

Comments

Latest news

Weltwetter: 2017 gehört zu den drei heißesten Jahren
Die NOAA, die US-Raumfahrtagentur Nasa, die WMO und das Hadley Centre gehen davon aus, dass 2016 das wärmste gemessene Jahr war. Weltweit betrachtet gehört das Jahr 2017 demnach zu den drei wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn vor fast 170 Jahren.

Nach Liebes-Flucht Josephine und ihr Onkel sprechen über ihre ungewöhnliche Liebe
Und Gerrit H. ergänzt: "Wir sind alles für einander". "Wir sind ein glückliches Paar, beste Freunde, Seelenverwandte. Josephine (l.) will ihren Onkel, mit dem sie 2014 bereits nach Frankreich durchgebrannt war, bald schon heiraten.

Spanischer Pokal: Real Madrid siegt ohne Stars in Leganés
"Ich kann mir ein Real Madrid ohne Cristiano nicht vorstellen, das ist sein Club, da gehört er hin", sagte Coach Zinedine Zidane über den Weltfußballer.

Schwere Vorwürfe gegen Toni Sailer
Sailer sei "einer der verdienstvollsten Sportler gewesen, die Österreich je hervorgebracht" habe, so der Sportminister weiter. Die Regierung hatte interveniert, die Kautions-Forderung wurde von 15.000 auf 5000 US-Dollar gesenkt.

Nikolaiviertel steht jetzt unter Denkmalschutz
Das Quartier westlich des Alexanderplatzes habe einen hohen städtebaulichen, architektonischen und künstlerischen Wert. Berlins Nikolaiviertel, eines der ältesten Siedlungsgebiete der Stadt, steht nun unter Denkmalschutz.

Other news