Bahn: Fernverkehr rollt am Freitag nach und nach wieder an

Orkan „Friederike“ Kinder müssen nicht zur Schule

"Das ist eine notwendige Sicherheitsmaßnahme, weil die Störungen durch den Sturm doch so gravierend sind, dass wir Fernzüge schlichtweg nicht mehr durchbekommen", sagte Bahnsprecher Achim Stauß der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Züge, die noch unterwegs seien, sollten aber soweit möglich bis zum Zielbahnhof fahren. Die Aufräumarbeiten sollten voraussichtlich bis zum späten Nachmittag dauern. Mindestens acht Menschen starben. So wurden in den Flughäfen Düsseldorf und München einige Flüge gestrichen. "Friederike" war der schwerste Orkan seit mehr als zehn Jahren in Deutschland.

Auch in Deutschlands Nachbarlanden hat der heftige Sturm bereits Tote gefordert. Donnerstag war exakt der 11. Jahrestag von "Kyrill". Mindestens weitere sechs Menschen starben am Donnerstag bei dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Brandenburg. Der 28-Jährige war im Einsatz von einem Baum erschlagen worden. Er sei sofort tot gewesen. Durch eine Sturmböe ist in Geseke im Kreis Soest ein Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Ein Kollege von ihm wurde schwer verletzt. "Damit haben wir elf Jahre nach Kyrill wieder einen Orkan der Königsklasse", sagte DWD-Sturmexperte Andreas Friedrich.

Auch wegen umgekippter Lastwagen wurde die Polizei vereinzelt alarmiert.

Der Oberharz ist wegen der Auswirkungen von Orkantief "Friederike" derzeit weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. "Man kann nur von Glück sagen, dass keinem Schüler etwas passiert ist, teilweise sind die Bäume ja förmlich wie Streichhölzer umgeknickt", sagte Dorothea Schäfer, die NRW-Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, der WAZ. Auch viele andere Straßen im Kreisgebiet seien unpassierbar.

Zahlreiche Straßenabschnitte wurden wegen Unfällen gesperrt. "Diese Situation müssen wir vermeiden und deshalb diese harte Entscheidung, den Fernverkehr komplett in Deutschland einzustellen". Je zehn Ankünfte und Abflüge seien gestrichen, weitere Ausfälle seien nicht ausgeschlossen.

Langsam rollt der Fernverkehr der Bahn wieder an.

Nach Angaben der Deutschen Bahn hat "Friederike" Millionenschäden am Schienennetz angerichtet. "Gleich gar nichts zu tun, das erscheint uns doch etwas übertrieben". Es bestehe Lebensgefahr etwa durch dicke Äste, die auch Tage nach einem Sturm noch zu Boden fallen könnten. In Gladbeck wurde ein Kindergarten geräumt, weil eine Dachkuppel abzustürzen drohte, der Kaarster Möbelmarkt Ikea wurde wegen Schäden an der Fassade evakuiert. Acht Menschen verloren ihr Leben. Ein Baum war bei Bad Rappenau-Grombach umgestürzt und hatte auf einer Länge von 150 Metern die Oberleitung herunter gerissen. Mit den geschätzten Schäden von gut einer halben Milliarde Euro liegt "Friederike" aber noch deutlich unter "Kyrill", der 2007 mehr als zwei Milliarden Euro Schäden hinterließ. 2007 hatte "Kyrill" in Deutschland elf Menschen getötet. Vor allem in Nordrhein-Westfalen werde es noch den gesamten Tag zu starken Beeinträchtigungen und Zugausfällen kommen. Der hohe Norden blieb dagegen weitgehend verschont.

Schienenverkehr fast völlig still, Tausende Reisende stranden. Am Berliner Hauptbahnhof, der acht Monate zuvor eröffnet worden war, brachte der Wintersturm einen tonnenschweren Träger zum Einsturz.

Nach ersten Schätzungen der Versicherer hat der Orkan Schäden von rund 500 Millionen Euro verursacht. "Nicht zuletzt wegen der Wetterkapriolen ist die Zahl der Beschwerden gegen die Bahn bei uns im vergangenen Jahr gestiegen".

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