Grippe: Wirkt die Impfung?

Risikogruppen sollten sich vor der Influenza besonders in Acht nehmen

Als die Grippesaison der Südhalbkugel im September endete, verzeichnete der Inselkontinent nahezu 170 000 Grippefälle, doppelt so viele wie im Jahr davor.

Osnabrück. Zum Start der Grippewelle in Deutschland spielt das gefürchtete H3N2-Virus eine untergeordnete Rolle. Weil die Briten davon ausgehen, dass die Grippewelle von Australien nach Großbritannien übergeschwappt sei, bezeichnen sie sie auch als "Aussie-Flu". Und sie ergänzt: "Die Yamagata-Linie, die im jetzigen Dreifach-Impfstoff fehlt, war allerdings im Dreifachimpfstoff der Saison 2015/16 enthalten". Da in den vergangenen Jahren nicht so viele Menschen durch Influenzaviren der Yamagata-Linie erkrankten, wurde dem Dreifachimpfstoff kein Material von diesem Stamm hinzugefügt.

Wenn man schon geimpft ist, aber nur mit der eher schlechten Dreifach-Impfung, dann ist das nochmal ein ganz anderer Fall: Das Robert-Koch-Institut hält Nachimpfen mit der Vierfachimpfung bei Hochrisikopatienten in Einzelfällen für sinnvoll. "H3N2 begann erst 1968 unter Menschen zu zirkulieren". "Eine Grippeimpfung hat bei älteren Menschen eine Wirksamkeit von etwa 40 bis 60 Prozent". Deswegen gebe es in dieser Altersklasse mehr schwere Erkrankungen und auch mehr Todesfälle bei Grippewellen, in denen H3N2 dominiert.

"Nach der Impfung oder einer durchgemachten Influenza lässt der Antikörper-Schutz nach rund sechs Monaten wieder nach", sagt Krause. "Beide Viren der Gruppe A werden vom aktuellen Impfstoff abgedeckt, das Virus der Gruppe B nur vom Vierfach-Impfstoff, nicht aber vom ebenfalls häufig verwendeten Dreifach-Impfstoff".

Im letzten Jahr hat es Sie so richtig erwischt? Dabei handle es sich um Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie.

Warum wird der Vierfach-Impfstoff nicht generell gespritzt?

Das problematische an Grippeviren ist, dass sie extrem wandelbar sind.

Die Impfung mit dem gängigen Dreifachimpfstoff wirkt nach einer ersten Einschätzung von Experten in dieser Saison nur bedingt. Die allermeisten Impfstoffe basieren auf in Hühnereiern gezüchteten Virenstämmen. Die Viren selbst können sich auch immer wieder verändern.

Das zeigte sich in der Saison 2016/2017, als einem in Eiern gezüchteten Impfvirus durch so eine Mutation eine entscheidende Zuckerstruktur verloren ging - der Impfstoff erwies sich als wenig effektiv.

Doch das reicht in diesem Jahr nicht. Trotz dieser Probleme empfiehlt das Robert Koch-Institut, sich immunisieren zu lassen.

Kommt die Australische Grippe - oder doch nicht? Das Verhältnis der verschiedenen Grippeerreger und damit auch die Passgenauigkeit des Impfstoffes könne sich im Verlauf der Saison aber noch ändern, betont die RKI-Sprecherin. Eine normal effektive Vakzine reduziere das Risiko sogar um nahezu drei Viertel. Das heiße aber nicht, dass man an Influenza B nicht sterben könne.

Das H3N2-Virus hatte zuvor bereits in Australien für die größte Grippe-Pandemie seit 2009 gesorgt.

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