Martin Schulz kämpft - lässt aber die entscheidenden Fragen offen

Die Politiker Martin Schulz, Christian Lindner müssen bei Anne Will erklären was sie von einer großen Koalition erwarten

Schulz: "Wir gehen gestärkt aus dem Parteitag hervor". Der SPD-Chef machte einen ermatteten Eindruck, nur wenige Stunden nach dem knappen "Ja" zu Koalitionsverhandlungen mit der Union.

Neben Schulz saß Peter Altmaier von der CDU, mit dem er - wenn es nach den beiden geht - demnächst eine Bundesregierung bilden wird.

Diese Regierungsbildung gleicht aber einem endlosen Hürdenlauf. Schulz spricht bei Anne Will von einem "historischen Tag". Einfacher sind die Gespräche zwischen Union und Sozialdemokraten nach Bonn jedenfalls nicht geworden. Er bestätigt, dass die "Last auf der Parteiführung sehr groß war".

In diesem Sinne hat der angeschlagene Parteichef seinen Kritikern bei drei Themen Nachbesserungen versprochen: Bekämpfung der "Zwei-Klassen-Medizin", weniger befristete Arbeitsverhältnisse und eine wirksame Härtefallregel für den Familiennachzug von Flüchtlingen.

Auch das typisch Schulz: Die Ergebnisse der Sondierungsgespräche mit der Union hatte er vollmundig als hervorragend bezeichnet. "Aber eine Sache ist klar", so Schulz. Diese Frage werde selbstverständlich erst am Ende der Koalitionsverhandlungen beantwortet, so seine handelsübliche Floskel. Nur zu verstehen, ist nichts mehr.

CDU-Mann Altmaier räumte einen gewissen Spielraum ein, da einige Punkte im Sondierungspapier nicht besonders präzise vereinbart worden seien. Und die SPD nun in der Verantwortung "für unser Land und Europa". Aber gewiss nicht mit dem Vorsitzenden Martin Schulz. Beschlossen wurde aber auch die Forderung nach Nachbesserungen der bisher erreichten Sondierungsergebnisse. Dass da "der Enthusiasmus nicht ausbricht", so Schulz, sei ja verständlich. Zugleich kann sich Christian Lindner, der noch keine 40 ist, bei "Anne Will" als einer der "Politiker der nächsten Generation" verkaufen, von denen auch an diesem Abend wiederholt die Rede ist - als Träger von Aufbruch, Moderne und Veränderung.

Vierter Gast war die Talkshow-erprobte "Spiegel"-Hauptstadtjournalistin Christiane Hoffmann". Immerhin hatte aber sogar Christian Lindner am gestrigen Tage ehrliches Lob für die SPD übrig: Ja, er sei beeindruckt von der Debattenkultur des Parteitages. Schulz bestritt das und legte nach: "Wenn das in einer Koalitionsregierung zwischen Christdemokraten und Sozialdemokraten nicht vereinbart werden kann, dann muss ich Ihnen wirklich sagen: Dann weiß ich nicht, warum wir miteinander koalieren sollten. Deshalb bin ich ziemlich sicher, dass wir die Härtefallregel bekommen werden".

Anne Wills ZDF-Kollegin Maybrit Illner muss schon mal die Sendezeit überziehen, weil sie ihre Gäste nicht zum Schweigen bringen kann. So etwas gibt es bei dieser Moderatorin nicht. Ganz kurz ließ Will Lindner und Schulz darüber streiten, wer wohl in Nordrhein-Westfalen die Schuld an steigenden Mieten trägt. Dann will sich Altmaier auch noch einschalten.

Schulz konnte es sich nicht verkneifen: "Emanuel Macron hat mich gestern Abend angerufen und gesagt: Hoffentlich habt ihr morgen eine Mehrheit". Woran kann die neue GroKo jetzt noch scheitern?

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