Air-Berlin-Pleite kostet Staat bis zu 200 Millionen Euro

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Knapp drei Monate nach Eröffnung des Air-Berlin-Insolvenzverfahrens treten heute und morgen die Gläubiger zusammen. Auch für Kunden und Mitarbeiter gibt es schlechte Nachrichten. Die Schulden werden in einem dem Gläubigerausschuss vorgelegten Bericht mit bis zu 4,4 Mrd. Nicht nur die staatliche Kreditbank KfW, auch der Fiskus, die Arbeitsagentur und die Sozialkassen bleiben demnach auf Millionenforderungen sitzen. Dieser Übersicht zufolge schuldet Air Berlin dem Fiskus und der Arbeitsverwaltung insgesamt noch 121,3 Millionen Euro, die ebenfalls "ungesichert" seien. Das verwertbare Vermögen beträgt nach derzeitigem Stand nur 88 Millionen Euro. Die meisten Schulden hat Air Berlin bei Lieferanten, Dienstleistern, Vermietern und Leasing-Partnern sowie bei konzerneigenen Gesellschaften. Die Lufthansa, die 189 Millionen Euro hatte zahlen wollen, machte im Dezember einen Rückzieher, nachdem sich abzeichnet hatte, dass sie auf großen Widerstand der EU-Kartellwächter stoßen würde. Dieser Anspruch sei "ungesichert". Letztere stehe mit 46,3 Millionen Euro in der Gläubigerliste der Fluggesellschaft; beim Fiskus seien es 75 Millionen Euro. Unter der Ägide des ehemaligen Lufthansa-Managers war die Sanierung von Air Berlin gescheitert - am Ende ging es um sieben Millionen Euro, wie aus dem Bericht hervorgeht. Zusammen mit dem KfW-Darlehen summieren sich die Ausfälle, die dem Staat drohen, auf etwa 200 Millionen Euro. Die Bundesagentur für Arbeit hatte nach der Pleite für die 7200 Beschäftigten in Deutschland von August bis Oktober 2017 die Zahlung von Löhnen und Gehältern übernommen. Die Hilfe gilt als "Insolvenzgeld" und wird Beschäftigten gewährt, deren Unternehmen kein Geld mehr in der Kasse haben und zahlungsunfähig werden.

Auch Tausende Kunden haben das Nachsehen: Viele Tickets von ausgefallenen Flügen werden nicht erstattet. Euro, heißt es in den deutschen Medienberichten unter Bezug auf das Insolvenzpapier. Die arabische Fluggesellschaft hatte die Auszahlung von bereits versprochenen 50 Millionen Euro verweigert und die weitere Finanzierung eingestellt. Auch ein im Herbst mühsam ausgehandelter Sozialplan über 80 bis 90 Millionen Euro steht nur auf dem Papier, weil kein Geld mehr da ist.

Schuld an der Pleite ist nach erster Analyse der Insolvenzverwaltung Missmanagement: Das Unternehmen sei gewachsen, ohne neue Unternehmensteile angemessen zu integrieren. Die Rede ist von einem "ständigen Umbau" und einer "ständigen Verlustsituation".

Aus dem Umfeld der Insolvenzverwalter wird berichtet, bei dem KfW-Kredit sei nach derzeitigem Stand noch mit knapp 10 Mio. Immer noch könnten Gläubiger Forderungen anmelden. Die Verbindlichkeiten ließen sich daher nur "sehr grob abschätzen".

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